Ziel ist Abwicklung IGA

Schon 15 Millionen Euro Defizit für die BUGA 2025 eingeplant - Für die BUGA soll die IGA weg!

Die Informationsveranstaltung "IGA-Park - wie geht es weiter?" am 09.05.2018 auf dem Traditionsschiff sollte wohl dem Letzten die Augen geöffnet haben, der auf ein tatsächliches Weiterentwicklungskonzept gehofft hat, dass dieses mit der momentanen Stadtregierung wohl ein Wunschgedanke bleibt. Große Überraschung war, dass die Veranstaltung mit ca. 90 bis 100 Besuchern sehr gut besucht war. Das hat scheinbar selbst die Veranstalter überrascht, denn es wurden eifrig zusätzliche Stühle herangeschafft.

 

Der Beitrag von Frau Dr. Möller, Geschäftsführerin des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums auf dem Traditionsschiff "Dresden" war zumindest in der Richtung beruhigend, dass man tatsächlich weiterhin maritimes Erbe der Hansestadt Rostock aber auch des gesamten Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern auf dem Traditionsschiff und im noch zu bauenden maritimen Museum präsentieren möchte. Dieses aber in einem moderneren Rahmen.

Kennzeichnend für uns jedoch war, dass nicht Herr Dr. Müller-von Wryz Rekowski, 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters Roland Methling (UFR) und Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, zugleich auch Leiter der beiden neu gegründeten Arbeitsgruppen zur Entwicklung des Tradititionsschiffes und  der IGA und dass nicht Herr Horn, kürzlich eingesetzter Geschäftsführer der IGA GmbH, Referent für Stadtentwicklung im Büro von Oberbürgermeister Roland Methling (UFR), zugleich BUGA-Beauftragter der Stadtverwaltung Rostock, die Ergebnisse der Arbeitsgruppe zur Entwicklung der IGA den Rostocker Bürgern vorstellte.

         Frau Dr. Fischer-Gäde, Amtsleiterin des Amtes für Stadtgrün, Naturschutz und Landschaftspflege übernahm die Präsentation der äußerst dürftigen Ergebnisse der Arbeitsgruppe. In ihre Zuständigkeit würde der IGA-Park fallen, wenn er dann aufgelöst sein sollte und die Zäune verschwunden sind. Erstaunlich schon, dass dieses städtische Amt mehr über die IGA zu sagen hat, als das iGA-Management selbst! Momentan sollte sich aber in erster Linie noch der Herr Horn dafür verantwortlich fühlen und den IGA-Park repräsentieren - aber die BUGA 2025-Bewerbung hat augenscheinlich höhere Priorität bei ihm als eben bloß die IGA...

 

Enttäuscht auf der Veranstaltung wurden die, die tatsächlich erwartet haben, dass inzwischen die von Rostocker Bürgern eingereichten Vorschläge zur Weiterentwicklung der IGA Berücksichtigung bei den Arbeitsgruppen gefunden hätten. Stattdessen wurde ausschließlich das Entwicklungskonzept für den IGA Park vom 11.09.2013

( http://rathaus.rostock.de/sixcms/media.php/1068/abschlussbericht_ek_iga.pdf )

genommen, welches ja schon 2014 von der Rostocker Bürgerschaft zur Umsetzung beschlossen wurde.

 

Was dem Rostocker Bürger wohl bis heute nicht wirklich bewusst war ist, dass in diesem Entwicklungskonzept 4 Varianten vorliegen, wie die Flächen des IGA-Parks genutzt werden könnten:

In der Variante 1

würde dort der Bereich des Rosengartens und des Spielplatzes aus dem IGA-Park herausgenommen. Das heißt, die Zäune dort würden verschwinden und wie es dann

weiter genutzt wird, darüber hat dann die Stadt Rostock zu entscheiden. Es könnten diese Flächen als offenen Bürgerpark aber auch genauso gut als Baugrundstück für die Eis- und Schwimmhalle oder auch andere Bauten genutzt werden.

Die Variante 2

entspricht der Variante 1, nur dass auch die Festwiese mit dem IGA-Festzelt, der Miniaturausstellung, den Sporteinrichtungen und das Gebiet der ehemaligen Nationengärten (Gebiet am Seezeichenweg) aus dem Zuständigkeitsbereich der IGA genommen werden. Somit hätte die IGA selbst keine wirklichen Entwicklungschancen mehr, da insbesondere die Infrastruktur

für Reisebusse keinen Raum mehr hätte und  auch keine räumliche Möglichkeit attraktive Ausstellungsflächen zu entwickeln. Warum auch? Auf den Flächen des Seezeichenweges - übrigens Hauptverkehrsweg zum Traditionsschiff - möchte man lieber ein profitables Wohngebiet etablieren. Wie war das noch Herr Horn, Sie sind ja nicht nur IGA-Geschäftsführer, sondern auch gleichzeitig

Referent für Stadtentwicklung im Büro von Oberbürgermeister Roland Methling (UFR)? Und ist Ihnen nicht das Groß-Baugebiet für Wohnungen in Biestow weggebrochen, so dass sie nun alle möglichen grünen und freien Flächen in der Stadt mit Wohngebieten bebauen wollen? Sicherlich dann nicht vorzugsweise mit wirklich für den Durchschnittsbürger bezahlbaren Wohnraum! Waren zur Wende nicht 250 000 Einwohner in Rostock und jetzt sind es "nur"etwas über 200 000 Einwohner, Tendenz steigend. Warum haben zu DDR-Zeiten die Wohnflächen für ca. 50 000 Einwohner ausgereicht und jetzt auf einmal nicht?

Die Variante 3

geht noch einen Schritt weiter. Nur noch das engste Gebiet um das Traditionsschiff wird als umzäunter Bereich erhalten. Alles andere wird geöffnet und der Stadt zur Nutzung (und Bebauung) übergeben. Es gibt quasi keine IGA mehr, sondern nur das blanke Museumsgelände. Man suggeriert den Bürgern Rostocks, als ob der Museumsneubau vor dem Traditionsschiff genügend Anziehungskraft auf Touristen hätte, so dass sich dieser Bau rechtfertigen ließe. Man muss nicht studiert haben, um schon jetzt zu erkennen, dass dieses eine absolute Illusion ist. Deshalb ist das für uns nur pure Hinhaltetaktik, um mittelfristig das Museumsprojekt und somit dann auch den Standort des Traditionsschiffes in Frage stellen zu können. Mittelfristiges Kalkül höchstwahrscheinlich: Das Traditionsschiff doch noch in den Stadthafen zu bekommen, wenn die Bindungsfrist für den Bürgerentscheid am 24.09.2019 abgelaufen ist. Dann kann die Stadt selbst über den Standort des Traditionsschiffes entscheiden.

Deshalb ist das sicherlich auch die von der Stadt favorisierte Variante!!!

Die Variante 4

sieht nur noch das Traditionsschiff als nicht frei zugänglichen Bereich an, der noch geschützt wird und der einzige Bereich ist, in welchem Eintritt bezahlt werden muss. Das sieht selbst die Stadt so, dass das absolut keine Option ist,

 

Eines wurde ganz deutlich bei den Diskussionsbeiträgen der Veranstaltung: Der Rostocker Nordwesten hat die IGA in ihr Herz geschlossen. Die Zäune sollen bleiben, weil die IGA ein Kleinod, eine Perle ist!!! Man möchte Attraktionen, vor allem für Familien, wie z.B. Wasserspielplätze, eine bessere Erreichbarkeit und auch Werbung für die IGA.

Aber die Stadtverantwortlichen jammerten nur, dass sich das Ganze nicht lohnt und rechnet aufgrund der niedrigen Besucherzahlen. Dass die niedrigen Besucherzahlen dem allmählichen, selbst herbeigeführten Verfall der IGA, dem Schwund der Attraktionen und der fehlenden Gastronomie geschuldet ist, versuchte man immer wieder auszublenden.

Die IGA wird pro Jahr mit ca. 1 Million Euro bezuschusst, eine ca. weitere Million für das Traditionsschiff. Bei den Investitionsskosten, die alleine  für die BUGA (nur BUGA, nicht Stadthafen)  geplant sind, könnte die IGA so wie bisher 20 Jahre lang betrieben werden.

Aufschlussreich die neuesten Zahlen zum BUGA 2025-Projekt:

Am 09.05.2018 wurde auf der Seite 10 der Ostsee-Zeitung veröffentlicht (auch eine Art der Meinungsmanipulation, dass man eine solche wichtige Information in der Online-Ausgabe der Ostee-Zeitung den Rostocker Bürgern nicht zur Verfügung stellt), dass man schon jetzt mit einem Defizit von 15 Millionen Euro für die Stadt Rostock rechnet, wenn sie die BUGA 2025 wirklich ausrichten sollte.

( https://ksd.rostock.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1015325 )

Wie bitte??? Habe ich da ein Deja vu??? Hatte die IGA nicht 20 Millionen Euro Schulden gemacht. Ist nicht gerade jetzt unsere Stadt schuldenfrei geworden???

Diese Zahlen kommen vom Finanzsenator der Hansestadt Rostock, Herrn Dr. Müller-von Wryz Rekowski höchstpersönlich, der sich auch nächstes Jahr als Kandidat für den neuen Oberbürgermeister aufstellen lassen will.

Seit bloß sehr wachsam, liebe Rostockerinnen und Rostocker, wir brauchen keinen Oberbürgermeister, der exakt in die gleichen Fußstapfen eines Roland Methlings tritt und den Rostocker Nordwesten als "Wallachei" betrachtet und ihnen sogar das nimmt, was ihnen ein Herr Methling noch gelassen hat oder lassen musste!!!

103 Millionen Euro will die Stadt Rostock für die Entwicklung des Stadthafens und der BUGA 2025 investieren. Lediglich 20 Millionen Euro davon sollen in die BUGA selbst fließen!!! Die Stadt hofft aber auf ca. 56 Millionen Euro Fördergelder, weil sie ja möglichst auch noch Europas Kulturhauptstadt 2025 werden möchte. Ob die Fördergelder überhaupt in dieser Höhe fließen ist sehr fraglich.

Jedenfalls hat das Wirtschaftsministerium in Schwerin schon klar gemacht, dass es für die Veranstaltung der BUGA 2025 keine

Fördergelder geben wird, max. für touristische Infrastruktur im Stadthafen!

Ganz klar ist aber, dass 83 Millionen Euro vorwiegend in Immobilien-Projekte rund um den Stadthafen und in das neu entstehende Exklusiv-Wohngebiet neben dem BUGA-Gelände fließen sollen. Das ist mal richtig fette Beute für die Immobilien-Lobby, für die dann ganz nebenbei auch noch die beiden Wohngebiete auf dem Gelände der Hansemesse und IGA abfallen.

 

Man erwartet zur BUGA 1,7 Millionen Besucher, die 27 Millionen Euro Einnahmen bringen sollen. Trotzdem 15 Millionen Euro Defizit, die sich angeblich rechnen, wegen der wirtschaftlichen Effekte, die daraus entstehen. So wie bei der IGA? Wie sieht es mit dem Nachnutzungskonzept aus? Wird dann die BUGA auch nach 15 Jahren Vergammelnlassen weggeworfen, weil man dann

villeicht in einem anderen Stadtteil den nächsten Park in riesigen Dimensionen bauen möchte?

Die Stadt jammert auf der einen Seite, dass eine Blumen- und Gartenausstellung zu teuer ist und nicht genügend Attraktivität hat, die IGA deshalb zwangsläufig abgewickelt werden muss, auf der anderen Seite bewerben sie die BUGA 2025 gerade mit solchen Attraktionen. Da stimmt doch was nicht?

Das IGA-Festzelt soll in 4 bis 5 Jahren, angeblich aus Altersgründen verschwinden. Die Künstler sollen ihre eigene Bühne mitbringen. (Hat ja auch jeder Künstler seine eigene Bühne...) Somit verschwindet das größte Wahrzeichen der IGA selbst, so wie der Name IGA auch verschwinden soll, als wenn man sich für diesen Namen schämen muss! Gleichzeitig plant man aber im Stadthafen eine nagelneue große Freilichtbühne für viel, viel Geld, so wie die BUGA die gesamte Infrastruktur neu geschaffen und bezahlt werden muss. Aber  eigentlich ist alles schon da und es ist bezahlt – nur ein bisschen renovierungsbedürftig!

Das ist ein falsches und hinterlistiges Spiel, was unsere Stadtvertreter mit uns Rostocker Bürgern spielen – nur dass es nicht wirklich ein Spiel, sondern traurige Realität ist. Und wer gestern bei der Informationsveranstaltung gewesen ist, sieht sich nur zu gut darin bestätigt, dass die Stadt keine ehrlichen Weiterentwicklungsinteressen an der IGA hat.

Für mich persönlich war es gestern eine sehr heuchlerische Veranstaltung seitens der Veranstalter, um aufkommendes Misstrauen, Unverständnis, Frust und auch Wut erstmal zu kompensieren. Man heuchelt Dialogbereitschaft aber man hört gar nicht interessiert und motiviert zu. Eher mißwíllig gab man den Bürgern die Bestätigung, dass man verstanden habe, dass der Zaun bleiben soll und dass die Erreichbarkeit verbessert werden soll. Nun ist das erstmal notiert und verschwindet bis zur nächsten Diskussionsveranstaltungen mit Rostocker Bürgen in irgendwelchen Schubladen. Bleibt abzuwarten, ob überhaupt und wenn,

in welchem Umfang des Bürgers Wille Einzug in ein wirkliches IGA-Weiterentwicklungskonzept hält. Uns fehlt  das Vertrauen und

der Glaube daran. Das dient nur um Zeit gewinnen und vor allem Zuspruch für die BUGA 2025, indem man falsche Hoffnungen wecken möchte. Das ist glücklicherweise aber nicht so wirklich gelungen auf dieser Informationsveranstaltung.  Das macht Hoffnung.

 

Bis 15. August 2018 wird sich entschieden haben, ob Rostock oder Wuppertal die Ausrichtung der BUGA 2025 gewinnt.

Sollte es Rostock sein, dann wird sich die touristische Entwicklung ausschließlich im Stadtzentrum rund um das Oval abspielen. In dieser Zeit wird garantiert kein maritimes Museum im IGA-Gelände gebaut dafür aber wird die IGA wird vollständig abgewickelt sein, weil man sie nicht mehr braucht. Egal ist der Stadt Rostock dabei, dass das Ganze mal dem Steuerzahler 94 Millionen Euro gekostet hat.

Was uns großen Mut macht ist, dass wir mit unserer Meinung bei weitem nicht alleine dastehen. Wir haben gestern gesehen, dass die Bürger sehr, sehr gern die IGA nicht nur erhalten, sondern auch zum Touristenmagnet weiterentwickelt sehen möchten! Unter diesem Aspekt haben sie auch beim Bürgerentscheid zum Standort des Traditionsschiffes gestimmt! Das bestärkt uns nicht nur darin

weiterzumachen, sondern unsere Aktivitäten noch weiter zu verstärken!!!

Ganz offen diskutieren wir schon über ein Bürgerbegehren zur Weiterentwicklung der IGA! Die über 4000 Unterschriften sollten, so unsere Überzeugung, nach dieser Diskussionsveranstaltung und bei den neuen Zahlen zur BUGA 2025 ganz schnell gesammelt sein. Und wir werden dafür sorgen, dass das Thema Bürgerbegehren in den Wahlkampf fallen wird, denn im kommenden Frühjahr wird der neue Oberbürgermeister, aber auch die neue Bürgerschaft gewählt! Unsere Kommunalpolitiker werden sich eindeutig dazu positionieren müssen, wie sie die Zukunft der IGA sehen. Die Rostocker Bürger es dann selbst in der Hand, die Vertreter ihrer ureigensten Interessen für Rostock und in für ihre Stadtteile zu wählen

Dann werden wir sehen, ob in den Augen unserer Kommunalpolitiker die 5 Stadtgebiete im Rostocker Nordwesten mit ihren ca. 84 000 Einwohnern, die Hansemesse, die IGA und das Traditionsschiff noch immer Wallachei und somit nicht wert ist gleichermaßen mit dem Stadtzentrum und den anderen Stadtteilen entwickelt zu werden. Wir gönnen unseren Mitbürgen im Nordosten der Stadt absolut einen eigenen Stadtteilpark, dieses darf aber nicht auf Kosten der IGA, sondern nur in einem gemeinsamen Entwicklungskonzept mit der IGA sein.

 

i.A. Andreas Schäfer

Rostocker Tradischiff-Freunde

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