Offener Brief an die Medien zum Thema BUGA-2025-Bewerbung und Entwicklung der IGA

                                                                                                                                                                  13.05.2018

Andreas Schäfer

Kleiner Warnowdamm 8

1 8 1 0 9   R O S T O C K

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OFFENER BRIEF   an die Rostocker Medien zum Thema BUGA 2025-Bewerbung Rostocks

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

am Mittwoch, den 16.05.2018, wird die Rostocker Bürgerschaft vermutlich für die Bewerbung Rostocks zur Ausrichtung der BUGA 2025 einen mehrheitlichen Beschluss fassen. Bevor unsere gewählten Kommunalvertreter, die ja die mehrheitlichen Interessen aller Bürger Rostocks ihre

Stimme geben, wollen wir, die Rostocker Tradischiff-Freunde uns unbedingt zu Wort melden, um unsere Bedenken zur BUGA-2025-Bewerbung kundzutun.

Nichts ist in der Politik zufällig, auch nicht in der Kommunalpolitik Rostocks. Alles ist äußerst genau bedacht, geplant und meist auch schon beschlossen, bevor der Rostocker Bürger in dem heutzutage hektischen Leben überhaupt die Zeit hatte, darüber tiefgründig nachzudenken. Und so wird der Rostocker Bürger mit den bunten und pompös aufgemachten BUGA-Plänen dermaßen überrollt, dass das, was noch neben der BUGA so läuft, aus dem Blickpunkt verliert.

Auf den ersten Blick liest es sich doch toll, wenn die Stadt Rostock „nur“  ca. 20 Millionen Euro für den Bau und Ausrichtung der BUGA 2025 bezahlt und man mit rund 1,7 Millionen Besucher rechnet, so dass 27 Millionen Euro Einnahmen zu verzeichnen sind. Also wären das sogar 7 Millionen Gewinn für die Stadt Rostock und das trotz einer eindeutigen Absage bezüglich Fördermittel zur BUGA 2025 des Wirtschaftsministeriums in Schwerin.  Zudem soll der Park für die Besucher, Touristen und Rostocker Bürger nach der BUGA ein offener Bürgerpark ohne Zäune und Eintritt sein, so dass man vom Stadthafen bis Gehlsdorf direkt an die Warnow kann. Endlich hätte dann auch der Rostocker Nordosten einen eigenen lukrativen Stadtpark, den wir unseren Rostocker Mitbürgern jederzeit gönnen und deshalb ausdrücklich befürworten. Wären da nicht eine ganze Menge Haken an der Sache, über die die Mehrheit der Rostocker gewiss schon vor der offiziellen BUGA 2025 Bewerbung

Informiert worden wären:

1.   Rostock geht von einem Gesamtinvestitionsvolumen zur BUGA 2025 von insgesamt ca. 113

       Millionen Euro aus. Abzüglich der ca. 20 Millionen Euro für die BUGA 2025 selbst blieben ca.

       93 Millionen Euro Investitionskosten.

       Viele Rostocker wünschten sich da mehr Transparenz, wie man auf diese enorme Summe kommt.

       So fehlt eine konkrete Auflistung der einzelnen Projekte mit konkreten Details zu den Standorten,

       baulichen Dimensionen, Baukosten, später die Unterhalts- und Personalkosten, Eintrittsgelder,

       Besucherzahlen und letztendlich der Gewinn, der mit der Einrichtung erzielt werden soll.

2.    Gefördert werden nur Tourismus- und Förderangebote – Parks werden nicht gefördert! Die Stadt

        Rostock rechnet mit ca. 56 Millionen Euro Fördergelder. Woher nimmt die Stadt die Gewissheit,

        dass sie diese Fördermittel auch bekommt? In dem Zusammenhang wären insbesondere die

        Kosten von folgenden Vorhaben interessant und vor allem, ob für sie überhaupt Fördergelder

        beantragt werden können:

        - Deckelung der L22

        - Fußgänger- und Fahrradbrücke nach Gehlsdorf

        - Markthalle im Stadthafen

        - Archäologisches Landesmuseum im Stadthafen

        - Stadtstrand Fährhufe (soll er später offen oder eintrittspflichtig sein?)

        - Warnow-Quartier, ein exklusives Wohngebiet direkt an der Warnow,

           welches man sich ganz nebenbei im Rahmen der BUGA 2025 bauen möchte

        Da die Wettbewerbe und Vergabeverfahren erst 2019 starten und dann erst reale

        Investitionssummen bekannt werden, steht der Rostocker Bürger dann vor vollendeten

        Tatsachen! Also alle Zahlen, die in der Bewerbung zur BUGA 2025 genannt werden,

        sind reine Spekulation!

3.    Jetzt schon wird mit einem Defizit von ca. 15 Millionen Euro bei Ausrichtung der BUGA 2025

        gerechnet. Die IGA 2003 hatte ein Investitionsvolumen von insgesamt ca. 94 Millionen Euro

        (Bau der Hansemesse, der IGA und die Modernisierung des Traditionsschiffes „Dresden“ mit

         Anleger, Schiffsgarten und Seebrücke). Die IGA machte einen Verlust von 20 Millionen Euro,

         obwohl mit den ca. 2,6 Millionen Besucher die kalkulierte Besucherzahl erreicht und die IGA

         von der Veranstaltung her ein voller Erfolg wurde. Die Ursachen für das hohe Defizit lagen im

         einzig im Miss-Management und vielen Mauscheleien.

         Rostock ist gerade schuldenfrei geworden und steuert in vollem Bewusstsein auf Schulden zu

         und fängt an über die Verhältnisse zu leben. Woher nimmt der Finanzsenator der Hansestadt

         Rostock, Herr Dr. Müller-von Wryz Rekowski die Gewissheit, dass sich dieses Defizit durch

         den Wirtschaftsschub für Rostock auch rechnet? Das mag gut sein für die involvierte

         Immobilienbranche. Aber ob die Touristen oder die Mieter des exklusiven Wohngebietes

         wirklich etwas davon haben, wäre noch klären.

4.     Angeblich wäre eine Förderung der BUGA 2025-Projekte nur möglich, wenn gleichermaßen die

         IGA-Weiterentwicklung verbunden ist. Trotzdem ist in dem Bewerbungskonzept zur BUGA 2025

         kein einziges konkretes Vorhaben aufgeführt worden, welches die Hansemesse, die IGA und das

         Traditionsschiff „Dresden“ betreffen. Derweil will man den Rostocker Bürgern suggerieren, dass

         gemäß dem Wählerauftrag vom Bürgerentscheid im September 2017 intensiv an der

         Weiterentwicklung der iGA gearbeitet wird. Beim Bürgerentscheid votierte eine deutliche

         Mehrheit der Rostocker, dass das Traditionsschiff „Dresden“ im Stadthafen seinen neuen

         Liegeplatz bekommen soll, sondern dass dieses in Schmarl im IGA-Park seinen Liegeplatz behält.

         Zugleich war damit die Erwartung verbunden, dass die Stadt Rostock ihre über 10 Jahre

         andauernde aktive IGA-Entwicklungsblockade aufgibt und die inzwischen schon sichtbar

         langsam verfallende IGA wieder weiterentwickelt wird.

         Von der Stadt Rostock wurden sogar 2 Arbeitsgruppen gebildet, die sich mit der

         Weiterentwicklung der IGA und des Traditionsschiffes befasste. Erste Ergebnisse wurden

         Rostocker Bürger auf einer Informations- und Diskussionsveranstaltung am 09.05.  präsentiert.

         Für die IGA hat man folgende (Weiter)Entwicklung angedacht:

         - Als bevorzugte Variante aus dem Entwicklungskonzept der IGA von 2013 hat man die

           Variante 3 als die bevorzugte Variante für die Weiterentwicklung der IGA ausgewählt.

           Im Klartext bedeutet das nichts anderes, dass nur der unmittelbare Bereich des

           Traditionsschiffes „Dresden“ mit dem Schiffgarten, der historischen Bootwerft, den Holzsteg an

           der nördlichen Grenze des Weihers eingezäunt und touristisch erschlossen wird. Im Bereich

           des Schiffsgartens soll dann irgendwann der Neubau eines maritimen Museums erfolgen.

           Das Gelände der IGA geht in die ausschließliche Verwaltung der Stadt (Amt für Stadtgrün) über,

           die Zäune werden abgebaut und die Flächen als Bürgerpark für den freien und kostenlosen

           Zutritt für jeden geöffnet.

           Konkret bedeutet das nichts anderes, dass der Bereich Festwiese (inklusive Festzelt,

           Weidendom Miniaturgarten, Sportanlagen), der Bereich der ehemaligen Nationengärten (mit

           dem chinesischen Pavillon, dem japanischen Garten, dem Rhododendronpark, der Seebrücke

           und dem Strandbereich am Warnowufer), sowie der Rosengarten mit dem Wasserspielplatz für

            nicht mehr geschützt sind vor Diebstahl und Vandalismus. Frauen und Kinder dürften sich zu

            bestimmten Zeiten wohl nicht mehr sicher im Park fühlen.

         - Aus Altersgründen wird das IGA-Zelt in 4-5 Jahre aus Altersgründen abgebaut. Künstler sollen

            dann ihre eigene Bühne mitbringen können.

         - Der IGA-Park soll einen neuen Namen bekommen, damit der Name „IGA“ verschwindet.

 

         Damit erschöpft sich der Ideenreichtum der Arbeitsgruppe zur Weiterentwicklung der IGA.

         Stattdessen Gejammer der Stadt, die IGA sei mit ca. 1 Millionen Euro jährlich zu teuer im

         Unterhalt und die IGA hätte zu wenig Besucher. Zur Erinnerung: Besucher kommen nur, wenn

         auch Attraktionen vorhanden sind. Da die IGA in voller Absicht über 10 Jahre in ihrer

         Entwicklung von der Stadt blockiert wurde und diese deshalb sichtbar vergammelt ist, deshalb

         nach und nach die Besucher vergrault hat. Davon wurde nichts gesagt!  Auch dass man 2

         Hauptzugänge zur IGA mit Wohngebieten zubauen möchte, wurde mehrmals abgestritten.

         Dabei hatte der Finanzsenator Dr. Müller-von Wryz Rekowski Anfang Dezember 2017 auf der

         Ortsbeiratssitzung in Schmarl selbst die Bebauungspläne Hamburger Tor (Hansemessegelände

         zwischen Hansemesse und Haltepunkt Lütten Klein) und Seezeichenweg (IGA-Gelände

         ehemalige Nationengärten an der Hauptzufahrt zum Traditionsschiff) vorgestellt. Deshalb soll

         die Verwaltung IGA-Flächen so schnell wie möglich an die Kommune zurückgehen. Damit wird

         die 30-jährige Förderbindung der IGA-Flächen vorzeitig ausgehebelt, damit man auf diesen

         Flächen so schnell wie möglich exklusive Wohngebiete bauen kann.

         Dazu passt auch sehr gut, dass weder der Finanzsenator, noch der kommissarische

         Geschäftsführer der IGA selbst, Herr Matthias Horn, die Abwicklungspläne der IGA den Bürgern

         vorstellten, sondern die Chefin des Amtes für Stadtgrün. Für uns sah es schon so aus, als wenn

         die IGA-Geschäftsführung nur noch Marionetten sind und eigentlich nichts mehr zu sagen

         haben. Auch hier sei erinnert: Der ehemalige Geschäftsführer der IGA hat im letzten Jahr

         resigniert das Handtuch geworfen und wurde von der Stadt durch Herrn Matthias Horn ersetzt.

         Herr Horn ist Referent für Stadtentwicklung im Büro des Oberbürgermeisters Roland Methling.

         Eben dieser Herr Horn wurde z.B. in der Presse im Zusammenhang des        

         Wohnungsgroßbaugebietes Biestow genannt, welches ihn von einen Tag auf den anderen nicht

         Mehr zur Verfügung stand und er nun händeringend nach neuen Baugrundstücken Ausschau

         halten muss. Zudem ist er auch noch BUGA-Beauftragter der Stadtverwaltung Rostock. Richtig!

         Jetzt fügt sich das Puzzle zu einem Ganzen! Neues exklusives Wohnungsbaugebiet im Rahmen

         des BUGA-Konzeptes und 2 exklusive Wohngebiete, auf dem Gelände der Hansemesse eins und

         eins auf dem Gelände der IGA!

         Logisch, dass die Gäste das Gefasel von der Erhöhung der Erreichbarkeit der IGA und

         Verbesserung der Attraktivität nur als leere Worthülsen empfanden.

         Die Forderung des Abends durch die Besucher war ganz klar: Der Zaun muss so bleiben, wie er

         jetzt ist, Attraktivität für Touristen erhöhen und in diesem Zusammenhang unbedingt die

         Erreichbarkeit verbessern!

       

          Von unserer Seite hätte die Arbeitsgruppe der Stadt zur ehrlichen Weiterentwicklung der IGA

          folgende Punkte in ihrem Konzept festhalten müssen:

 

          - Der Liquidierungsbeschluss der Bürgerschaft, vom 25.02.2015 wäre umgehend zu annullieren.

             Dieser Liquidierungsbeschluss, der nur durch ein Dringlichkeitsantrag der Ortbeiräte Schmarl

             und Groß Klein bis dato gestoppt hat, hängt wie ein Damoklesschwert über der IGA und

             keiner weiß genau, wann die IGA wirklich aufgelöst ist. Der ehemalige Geschäftsführer, Herr

             Hots-Thomas hatte auf einer Informationsveranstaltung im September 2017 zum

             Bürgerentscheid auf dieses grundsätzliche Problem aufmerksam gemacht. Als Geschäftsführer

             eines Unternehmens, was die IGA GmbH ja auch ist, ist es nahezu unmöglich Investoren,

             Sponsoren, Veranstalter und Gastronomen zu finden. Oftmals wird schon sehr langfristig über

             ein Jahr hinaus wie z.B. bei Konzertveranstalter geplant und sie brauchen absolute

             Planungssicherheit. Die ist nicht gegeben und deshalb werden attraktive Konzerte zur

             Seltenheit auf der IGA. Die IGA GmbH muss juristisch auf festem Fundament stehen, indem

             durch sofortige Aufhebung des Liquidierungsbeschlusses den langfristigen Fortbestand der

             IGA GmbH zusichert. (Wir glauben kaum, dass das Amt für Stadtgrün die Aufgaben der IGA

             vollumfänglich weder fachlich noch personell übernehmen kann, weil z.B. die Organisation

             von Open Air-Konzerten sicher nicht zu ihrem Aufgabenbereich gehört)

           -Die ehemalige IGA-Aufsichtsratsvorsitzende Karina Jens, die während ihrer gesamten Zeit

             aufopferungsvoll mit ganzem Herzen für den Fortbestand der IGA eingesetzt hat, wurde aus

             ihrem Amt entfernt und mit einer Person ersetzt, die in der Öffentlichkeit noch nie im

             Zusammenhang mit der IGA aufgetreten ist. Frau Jens musste weg, weil sie sich vehement für

             die Neubesetzung des IGA-Geschäftsführer-Postens mit einer dafür qualifizierten Person, die

             auch entsprechende praktische Erfahrungen und Ideen für diese Stelle mitbringt, eingesetzt

             hat. Jetzt hat man den wohnungsbauflächensuchenden Bock zum Gärtner gemacht.

             Wir halten ihn als Geschäftsführer der IGA nicht geeignet, weil seine persönlichen und

             beruflichen Interessen mit denen eines ehrlich engagierten Geschäftsführers der IGA

             kollidieren. (Dieser Eindruck hat sich nach der Informationsveranstaltung noch deutlich

             vertieft!)

           -Keine Bebauung von IGA- und Hansemesseflächen mit Wohngebieten. Diese Flächen müssen

             dringend für das Angebot für Attraktionen und für die Verbesserung der Erreichbarkeit

             genutzt werden, wie z.B. die noch nicht vorhandene und immer wieder kritisierte fehlende

             Infrastruktur für Reisebusse.

             Wer Wohngebiete in die Hauptzugangswege für Hansemesse, IGA und Traditionsschiff plant,

              geht davon aus, dass es bald keine Besucher mehr geben wird. Bei wirklich gut besuchten

              Messen und Veranstaltungen passierten mehrere tausend Besucher das Hamburger Tor.

              Da wären Konflikte mit den Käufern und Mietern im exklusiven Wohngebiet mit den

              Besuchern vorprogrammiert! Wer Wohngebiete vermarktet, der will dort Ruhe und keine

              Besucherströme.

            -Aktive Einbindung der Rostocker Bürger und Touristen in die Weiterentwicklung der IGA.

              Tatsächlich sollte eine umfangreiche Bedarfsanalyse gemacht werden, was Touristen auf

               in einem so schönen Parkgelände wie dem IGA-Park gerne als Attraktionen hätten. Nicht nur

               alle Altersgruppen potentieller Besucher und Touristen sollten Berücksichtigung finden.

               Vor allem auch Tagesbesucher die per Bus oder PKW anreisen, vor allem aber auch die über

               800 000 Kreuzfahrtgäste, sowie Fährgäste sollten für das IGA-Management von großem

               Interesse sein.

              -Wenn die Attraktivität der IGA wiederhergestellt und die Erreichbarkeit für alle Touristen

                und Besucher sichergestellt ist, dann muss das IGA-Management, aber auch die Stadt mit

                all ihrer Kraft und Möglichkeiten in ihren Tourismuszentralen, in den Medien, auf Messen

                und über Großbildschirmen an allen wichtigen Punkten, wo viele Besucher und Touristen

                ankommen, wie Flughafen, Fährhafen, Kreuzfahrt-Terminal, Hauptbahnhof,

                Universitätsplatz usw. mit großen Bildern auf alle touristischen Attraktionen der Stadt

                Rostock aufmerksam machen. Große, auffällige Bilder oder Videosequenzen vom

                 Traditionsschiff, der IGA und der Hansemesse sollte Besuchern auf das Vorhandensein

                 dieser Attraktionen hinweisen.

              -Stichwort Attraktionen: Der im Oktober 2016 abgebaute Meeresgott „Njörd“ befindet sich

                dem Gelände einer Verschrottungsfirma in Marienehe. Der Zustand der Statue selbst ist so

                 gut, dass es die Verschrottungsfirma nicht übers Herz bringt, dem „Njörd“ mit

                  Schneidbrennern zu Leibe zu rücken. Wenn die Stadt es ehrlich meint mit der

                  Weiterentwicklung der IGA und tatsächlich dort für Attraktionen sorgen möchte, dann

                  könnte sie den Meeresgott „Njörd“ wie Phönix aus der Asche auferstehen lassen. Das wäre

                  ein sehr deutliches Zeichen mit sehr, sehr großer Symbolkraft!!!

                -Die Verantwortlichen jammerten, dass für die wenigen Besucher, der jährliche Unterhalt

                  von ca. 1 Million Euro zu teuer ist. Blumen und Pflanzen sind zu aufwändig als Attraktion.

                  Dazu sei bemerkt: Genau das sollen dann die Attraktionen der BUGA 2025 werden.

                  Warum soll auf der IGA nicht das funktionieren, was auf der BUGA funktionieren soll?

                  Warum wird eine ähnliche Infrastruktur nochmal an anderer Stelle in der Stadt aufgebaut.

                  Die Infrastruktur der IGA hat sich bestens bewährt und ist vor allem schon bezahlt.

                  Und zwar mit beträchtlichen 94 Millionen Euro!!!

                  Wir brauchen uns nichts vormachen: Wer auf der einen Seite das IGA-Festzelt abbaut um

                  an anderer Stelle eine Festtribüne aufzubauen, der ist unseriös, wenn er behauptet, es

                  wäre eine Weiterentwicklung der IGA. Alleine für das jetzt schon bezifferte Defizit von ca.

                  15 Millionen Euro für die BUGA 2025 ist enorm. Dafür könnte die IGA 15 Jahre zur Freude

                  der Bürger im Nordwesten selbst zu niedrigen Besucherzahlen betrieben werden! Wir sind

                  überzeugt, dass ohne Entwicklungsblockade durch die Stadt und einem fähigen   

                  IGA-Management schon mit wenig mehr Geld die Grundlagen für ein langsames und

                  stetiges Steigen der Attraktivität und somit die Erhöhung der Besucherzahlen möglich

                  wäre.

                  Übrigens, das wurde bei der Informationsveranstaltung auch deutlich, die Bürger sind

                  gerne bereit auch mehr Eintritt zu zahlen, wenn das Freizeitangebot entsprechend ist.

 

Um nochmal auf den Eingangsgedanken zurückzukommen: Alles was bisher in Richtung BUGA-Bewerbung und IGA-Abwicklung in die Wege geleitet wurde, ist clever strategisch geplant!

 

Im kommenden Frühjahr finden die Kommunalwahlen statt. Der Oberbürgermeister Roland Methling darf aus Altersgründen nicht mehr antreten. Auch die Bürgerschaft der Stadt Rostock wird im kommenden Jahr gewählt. Was liegt also näher, stark risikobehaftete Entscheidungen noch so schnell

wie möglich durch das städtische Parlament zu peitschen. Der Rostocker Bürger wird so ganz schnell durch die eigene Bürgerschaft vor vollendete Tatsachen gestellt. Weder der neu gewählte Oberbürgermeister, noch die neu gewählte Bürgerschaft werden den ins Rollen gebrachte Stein stoppen. Und sollte dieser Stein aus dem Ruder laufen und sich plötzlich herausstellen, dass all die

jetzt vorgebrachten Kalkulationen für die Projekte mit 113 Millionen Euro deutlich zu gering waren, wie auch die Besucherzahlen und somit das Defizit deutlich höher als 15 Millionen Euro würde,

dann würde die Schuld auf den jetzigen Oberbürgermeister Roland Methling und der momentanen Bürgerschaft geschoben. Dem Oberbürgermeister Methling wäre es egal, sein Ruf ist ohnehin durch seinen Regierungsstil ramponiert. Das Problem ist nur, dass eventuell der neue Oberbürgermeister,

als sehr aussichtsreicher Kandidat wird eben der Finanzsenator Dr. Müller-von Wryz Rekowksi gehandelt, exakt in die gleichen Fußstapfen tritt, die Roland Methling ausgetreten hat. Diese Wege,

das zeichnete sich an der Informationsveranstaltung ganz deutlich, werden dann auch in Zukunft am

Rostocker Nordwesten vorbeigehen. Sie bleibt dann aus Oberbürgermeistersicht mindestens weitere 7 Jahre Wallachei. Und wenn die IGA abgewickelt ist, mag es zumindest parklandschaftlich nicht mal mehr falsch sein…

Schlimm dann nur, dass viele aus der Bürgerschaft der vorhergehenden Bürgerschaft die Schuld geben an den Entscheidungen geben können. Dass sicherlich zum größten Teil die gleichen Personen in der Bürgerschaft sein werden, die zuvor selbst zweifelhafte Beschlüsse abgenickt haben, dass werden sie dann gewiss verschweigen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

abschließend betonen wir nochmals, dass wir uns die Entwicklung des Stadthafens und auch eine Parklandschaft im Nordosten Rostocks wünschen. Dieses muss jedoch nicht im rasanten Tempo durchgepeitscht werden, sondern sollte nach und nach, nach sorgfältiger Prüfung entwickelt werden.

Auf keinen Fall wird der Rostocker Nordwesten widerstandslos hinnehmen, dass auf Kosten der BUGA die IGA abgewickelt wird. Nur der Verbund von Hansemesse, der IGA und dem Traditionsschiff „Dresden“ mit dem Museumsneubau hat das Potential, langfristig Besucher und Touristen zu locken.

Mit der Blockade zweier wichtiger Eingangsbereiche mit Wohngebieten, müssten Touristen 2 Stationen mit dem getakteten Linienbus fahren, um möglichst nahe an das Traditionsschiff zu kommen. Damit wäre die Erreichbarkeit deutlich schlechter als heute.

Das maritime Museum und das Traditionsschiff werden niemals genügend Anziehungskraft haben, dass sich die zig-Millionen Baukosten schon in naher Zukunft rechnen würden. Nur mit dem Park wäre mit Attraktionen und Großveranstaltungen und zusammen mit lukrativen Messen und Ausstellungen in der Hansemesse in der Lage, ein breit gestreutes Angebot für Touristen und Besucher zu liefern.

Das wissen die Entscheidungsträger der Stadt natürlich ganz genau. Mit der Auflösung der IGA haben sich unserer Kommunalpolitiker ein Hintertürchen geöffnet, das Traditionsschiff doch noch in den Stadthafen zu bekommen. Der Bürgerentscheid ist nur für 2 Jahre gültig. Das heißt, ab dem 25.September 2019 kann die Bürgerschaft ganz alleine beschließen, dass der neue Liegeplatz für das

Traditionsschiff im Stadthafen ist… Da ist der neue Oberbürgermeister und die neue Bürgerschaft schon über ein Jahr im Amt. 

Die Entscheidung ob die BUGA 2025 nach Rostock kommt entscheidet sich bis Mitte August 2018.

Dann geht es auch schon bald in den Wahlkampf für die Kommunalpolitiker. Da wird jeder Einzelne sich zur Zukunft der IGA positionieren müssen. Die Bürger werden sich die liebgewonnene IGA und das Traditionsschiff nicht einfach wegnehmen lassen. Sollte sich nach August die Liquidierung der IGA abzeichnen, weil bis dahin der Liquidierungsbeschluss noch nicht aufgehoben wurde, kein neuer geeigneter Geschäftsführer für die IGA gesucht, an den Bebauungsplänen mit Wohngebieten auf der IGA und Hansemesse festgehalten und an der Entfernung der IGA-Zäune festgehalten wird, denken wir über ein Bürgerbegehren und/oder eine Online-Petition ab Herbst dieses Jahres nach. Die etwas über 4000 benötigten Stimmen zu bekommen, sollte schon alleine bei den ca. 70 000 Einwohnern der 5 großen Stadtteile im Rostocker Nordwesten, denen die IGA besonders am Herzen liegt, machbar sein…

 

In diesem Sinne hoffen wir, dass die IGA-Abwicklung doch noch eine ehrliche IGA-Weiterentwicklung wird. Sehr gern auch mit BUGA und unbedingt auch mit einer sinnigen touristischen Entwicklung des

Stadthafens.

 

Weiterführende Informationen finden Sie auf unserer Website:

https://www.rostocker-tradischiff-freunde.de/

 

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Andreas Schäfer

Rostocker Tradischiff-Freunde

 

Email:       info@rostocker-tradischiff-freunde.de

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