Offener Brief an Rostocker Bürgerschaft

                                                                                                                                                       Rostock, 02.05.2018

Andreas Schäfer

Kleiner Warnowdamm 8

18109 Rostock

Email: info@rostocker-tradischiff-freunde.de

 

 

Präsident der Bürgerschaft der Hansestadt Rostock

Dr. Wolfgang Nitzsche

Neuer Markt 1

18055 Rostock

 

 

Offener Brief zum Thema BUGA 2016-Bewerbung und zur (Weiter)Entwicklung der IGA

 

 

Sehr geehrter Herr Dr. Nitzsche,

sehr geehrte Damen und Herren der Rostocker Bürgerschaft

 

als Ende 2016 bekannt wurde, dass die Rostocker Bürgerschaft den Weg für die Durchführung eines Bürgerentscheides zum endgültigen Liegeplatz des Traditionsschiffes "Dresden" freimacht und somit dem Bestreben des Oberbürgermeisters Roland Methling, dieses Schiff unbedingt in den Rostocker Stadthafen zu bekommen, aktive Zuarbeit leistete,  war für viele Rostocker Bürger eine rote Linie, die Duldungsgrenze, überschritten! Viele Rostocker Bürger, die damals vor allem darauf vertrauten, dass sich ihre gewählten Vertreter in der Rostocker Bürgerschaft aktiv für die Belange a l l e r Rostocker Bürger einsetzen, sahen sich getäuscht und enttäuscht. Rostocker, die sich vorher nie die Zeit für die Kommunalpolitik Rostocks Zeit nahmen, wachten nun endlich auf und fühlten plötzlich eine persönliche Verantwortung, sich persönlich in die kommunale Politik einmischen zu müssen, um die Interessen ihres direkten Wohnumfeldes und ihre eigenen Interessen aktiv zu vertreten.

Durch den Bürgerentscheid zur Standortfrage des Traditionsschiffes wurden endlich schlafende

Hunde geweckt, die das verteidigen, was ihnen über viele Jahre hinweg lieb und teuer geworden

ist und nun durch den Oberbürgermeister Rostocks und der von ihm vertretenen (Immobilien)Lobby

weggenommen werden soll. So gründete sich auch unsere lose Interessengemeinschaft „Rostocker Tradischiff-Freunde“, die im Rahmen des Bürgerenstscheides 2017 aktiv für den Verbleib des Traditionsschiffes „Dresden“ in Schmarl an der iGA kämpfte. Nun hat beim Bürgerentscheid die Mehrheit Rostocker für den Verbleib des Traditionsschiffes an der IGA gestimmt, in der Hoffnung dass

nun auch wieder die IGA entwickelt wird:

1.  Wer sich das 2014 von der Bürgerschaft beschlossene Entwicklungskonzept der IGA genau anschaut

     stellt schnell fest,  dass es eigentlich nur ein Entwicklungskonzept für die maritime Ausstellung

     ist. In der Hauptsache geht es dort um den Museumsneubau für ein maritimes Museum vor dem

     Traditionsschiff. Die touristische Entwicklung der IGA ist dort kein wirkliches Thema!

2.  Schon im Februar 2015 erfolgt der Liquidationsbeschluss für die IGA durch die Mehrheit der

     Rostocker BÜRGERschaft. Einzig ein Dringlichkeitsantrag der unmittelbar betroffenen Ortsbeiräte

     Gross Klein und Schmarl stoppten die Liquidierung bis zum heutigen Tag.

3.  Im März beschließt die Rostocker Bürgerschaft mehrheitlich die Durchführung des Bürgerentscheides

      zur Frage, wo das Traditionsschiff "Dresden" seinen zukünftigen Liegeplatz finden soll, weiterhin

      in Schmarl an der IGA, wo es seit 1970 seinen angestammten Liegeplatz hat oder im Rostocker

      Stadthafen.

4.  Die Art und Weise, wie die Stadt im Wahlkampf im Rahmen des Bürgerentscheides aufgetreten ist,

     war alles andere als demokratischen Grundprinzipien folgend, wie z.B. allumfassende, offene und

      ehrliche Information der Rostocker Bürger über die lokalen Medien einschließlich Einhaltung des

      Neutralitätsgebotes.

5.  Der Maritime Rat startete eine Woche vor dem eigentlichen Genehmigungstermin eine riesige, den

      Rostocker Bürger regelrecht erschlagenden Plakate-Kampagne für die Verlegung des

      Traditionsschiffes in den Stadthafen. Wie sich herausstellte, wurde diese Plakate-Kampagne durch

      das Wählerbündnis Unabhängige Bürger für Rostock (UFR) mit 7777,77 Euro gesponsort. Die UFR ist

      eine Fraktion der Rostocker Bürgerschaft und zum Vorstand gehört der parteilose Oberbürgermeister

      Roland Methling.

      Einzig die SPD sah sich in der Verantwortung dieser einseitigen und übermächtigen Kampagne etwas

      öffentlichkeitswirksames entgegenzusetzen und somit ganz klar die Interessen des Rostocker

      Nordwestens zu vertreten.

      Hier an dieser Stelle sei die SPD auf ihren Slogan ihrer Plakate-Kampagne erinnert:

     "Traditionsschiff gehört in den IGA PARK!" Dieser Slogan wurde von und den Rostocker Bürgern so

     verstanden, dass die IGA bleibt und weiterentwickelt wird. Diese einzige Gegenplakate-Aktion in der

     Stadt gegen die vom Maritimen Rat getragene Plakate-Kamapgne  „Traditionsschiff in den Stadthafen

      – GO TRADI GO“ wurde hauptsächlich von der SPD in Zusammenarbeit mit der IGA organisiert.

     Die SPD-Gegenkampagne  war vom Umfang und von der Präsenz in der Stadt ein Bruchteil von der

     Größe und Anzahl der Plakate des  Maritimen Rates.

6.  Trotzdem hat beim Bürgerentscheid die Vernunft gesiegt, bei dem die Mehrheit der Rostocker für

      den Verbleib des Traditionsschiffes an der IGA und somit für die Aufgabe der Blockadepolitik des

      Oberbürgermeisters gegenüber der IGA-Entwicklung, die Entwicklung des Traditionsschiffes

      "Dresden" in Schmarl, dem Neubau eines maritimen Museums in Schmarl aber auch für die

      unverzügliche touristische Entwicklung der IGA votierten.

      Sehr geehrte Bürgerschaft! Zur Erinnerung: Das war ein eindeutiger Wählerauftrag an Sie, den Sie

      eigentlich zu erfüllen hätten...

7.  Stattdessen werden schon im Dezember 2017 auf der Ortsbeiratsitzung in Schmarl die

      Bebauungspläne "Hamburger Tor" (Fläche der Hansemesse Rostock und Hauptzugang zur

      Hansemesse und zur IGA vom S-Bahn-Haltepunkt "Lütten Klein" kommend) und am "Seezeichenweg"

      (IGA-Gelände auf dem Gebiet der ehemaligen Nationengärten) vorgestellt. Dort sollen Wohngebiete

      mit mehretagigen Wohnhäusern entstehen.

      Zudem werden plötzlich über die lokale Medien Pläne bekannt, dass auf dem IGA-Gelände

      gegenüber des beliebten Rosenhangs eine Eis- und Schwimmhalle gebaut werden soll. (Die

      städtische Immobilienlobby lässt grüßen...).

8.  Die Bürgerschaft empfiehlt inzwischen offiziell, das IGA-Gelände der maritimen Ausstellung (das

      Gebiet des Traditionsschiffes und des eventuell entstehenden maritimen Museums dort)

      voneinander getrennt zu betrachten! Das bedeutet ganz klar, dass Hansemesse, IGA-Park und

      maritime Ausstellung nicht mehr als ein gemeinsamer touristischer Ausstellungs-

      Veranstaltungskomplex gesehen werden soll.

9.  Der Webauftritt der IGA unterstreicht ganz deutlich, dass nur noch das Museum (offen gelassen

      wurde, ob damit nur das Traditionsschiff selbst oder auch der Neubau eines maritimen Museums

      gemeint ist), dass nur noch touristisch erschlossen werden soll!

      Die IGA selbst soll als Naherholungsareal für die Rostocker und Rostockerinnen (rück)entwickelt

      werden. Also wird es der  vom Oberbürgermeister selbst während des Bürgerentscheid-

      Wahlkampfes propagierten Bürgerpark, der offen sein soll und bei dem als erstes die schützenden

      Zäune abgebaut werden. Der IGA-Park wird also rückentwickelt zur einer Parklandschaft,

      vergleichbar mit dem Fischerdorf in Lütten Klein und dem Schwanenteich.

      Seltsamerweise wird dieses angebliche Weiterentwicklungskonzept offenbar auch von der SPD

      mitgetragen.

       Sehr geehrter Bürgerschaft: Sie wissen ganz genau, dass 2 Arbeitsgruppen unter Leitung des

       Senators für Finanzen, Verwaltung und Ordnung, Dr. Chris Müller-von Wryz Rekowski gebildet

       wurden. Er wird am 09. Mai um 17:00 im Rahmen einer öffentlichen Informations- und

       Diskussionsveranstaltung  auf dem Traditionsschiff die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppen zur

       "Weiter"Entwicklung der IGA vorstellen. Sollten diese Pläne tatsächlich

       den Abbau der IGA-Zäune und Bebauung des Messe- und IGA-Geländes mit Wohngebieten

        beinhalten – und es sieht momentan ganz und gar danach aus - dann ist das die vollkommene

        Abkehr der SPD von den einstigen Zielen, die sie auf großen Plakaten öffentlich bekundete:

        "Traditionsschiff gehört in den IGA PARK!". Denn eine Entwicklung des IGA-Parks kann nur

        stattfinden, wenn die IGA als solche auch weiterhin existiert!

        Vielleicht hat diese Kehrtwende auch damit zu tun, dass Herr Dr. Chris Müller-von Wryz Rekowski

        im kommenden Jahr für das Amt des Oberbürgermeisters in Rostock kandidiert und als

        aussichtsreichster Kandidat dafür gehandelt wird. Offensichtlich möchte er in jeder Hinsicht in

        die unrühmlichen Fußstapfen seines Vorgängers treten und sein trauriges Erbe in Hinsicht

        Liqudierung der IGA zum endgültigen Ende führen.

        Diesen Aspekt werden insbesondere die Bürger des Rostocker Nordwestens zur

        Oberbürgermeisterwahl im kommenden Jahr ganz genau im Auge behalten.

        Wir brauchen keinen Oberbürgermeister, der den Rostocker Nordwesten auch weiterhin als

        "Wallachei" betrachtet, die Zugänge der Hansemesse und der IGA mit Wohngebieten zubaut.

         Wir brauchen keinen Oberbürgermeister, der uns suggerieren möchte, dass das Traditionsschiff

         und das sowieso schon kleinere maritime Museum, (wo niemand weiß, ob es wirklich jemals

         gebaut wird) zu so einem Touristenmagnet entwickelt werden, dass es sich auch rechnet...

         Folgende Vermutung liegt viel näher: Man wird den Neubau des maritimen Museums solange

         Hinauszögern bis man feststellt, dass das Traditionsschiff ohne die IGA in besuchermäßig in die

         absolute Bedeutungslosigkeit fällt. Das Schiff, und mag es noch so toll und einzigartig sein, wird

         nicht genug Anziehungskraft haben, dass Touristen und Besucher den langen Weg in Kauf nehmen.

         Man wird die zu Recht die Sinnhaftigkeit des Neubaus eines maritimen Museums zur Diskussion

         stellen. Letztendlich wird inzwischen die 2 Bindungsfrist des Bürgerentscheides abgelaufen sein.

         Die Bürgerschaft könnte dann wieder selbst über die Verlegung des Traditionsschiffes in den

         Stadthafen und dann auch über den Neubau des dort größeren maritimen Museums entscheiden.

          Entgegen allen Beteuerungen und Versprechen der Lokalpolitiker wird das die wirkliche

          Entwicklung sein, wenn man aus der IGA einen Bürgerpark macht!!!

         Oberbürgermeister Roland Methling lässt als Ziehvater des neuen Oberbürgermeisters grüßen, falls

         es wirklich Herr Dr. Chris Müller-von Wryz Rekowski werden sollte...

10. Welche Stadt in Deutschland kann sich 2 Gartenschauen gleichzeitig leisten? Rostock ganz bestimmt

       nicht! Aus unserer Sicht hat  Rostock die BUGA 2025 schon moralisch  n i c h t verdient!

       Der persönliche Kampf unseres (Noch)Oberbürgermeisters Herrn Methling, das Traditionschiff

       "Dresden" in den Stadthafen zu bekommen seit beginn seiner Amtszeit 2005, verbunden mit der

       aktiven Blockade aller Weiterentwicklungsbeschlüsse für die IGA der Rostocker Bürgerschaft, haben

       das IGA-Gelände sichtbar verfallen und Attraktionen nach und nach verschwinden lassen.

       Die letzte große Attraktion, die abgebaut  wurde, das war der Meeresgott "Njörd". Er wurde im

       Oktber 2016 überraschend abgebaut und fristet sein Dasein auf dem Hof einer Verschrottungsfirma,

       die es aufgrund des guten Zustandes der Skulptur einfach nicht fertigbringen, diese zu

       verschrotten... Das ist schon kennzeichnend genug, wie die Stadt mit den IGA Attraktionen

       umgegegangen ist und umgeht.

11. Unseres Wissens nach wurde bei der Bewerbung für die BUGA 2025 keine gleichberechtigte

       Einbindung der Hansemesse, der IGA und des Traditionsschiffes in das Nutzungskonzept

       vorgesehen.

       So wie die Dinge momentan aus Sicht der Bürger des Rostocker Nordwestens laufen, soll mit der

       Ausrichtung der BUGA 2025 vornehmlich Fördermittel in Höhe von ca. 60 Millionen Euro

       abgeschöpft werden, um ausschließlich das "OVAL" rund um den Rostocker Stadthafen zu

       entwickeln! 113 Millionen Euro soll das Ganze kosten, inklusive eines neuen exklusiven

       Wohngebietes am Rande der BUGA 2025. Auch hier wieder mal viele Grüße von der

       Immobilienlobby!!!

       Wenn der Rostocker Oberbürgermeister und die Bürgerschaft ehrlich zu sich selbst sind, dann

       werden sie  eingestehen müssen, dass sie seit der Oberbürgermeister-Ära Roland Methling seit 2005

       in Richtung touristischer Entwicklung weder im Stadthafen, noch im Rostocker Nordwesten etwas

       zustande gebracht wurde!!!

       Das soll sich mit der BUGA 2025 plötzlich ändern? Sicher! Sollte die BUGA 2025 tatsächlich kommen,

       dann würde Rostock, größenwahnsinnig wie es ist, sich auch gleich für die "Europäische

       Kulturhauptstadt 2025" bewerben.

       Würde Rostock die 60-Millionen Fördermittel bekommen, würde auch die maritime Meile im

       Rostocker Stadthafen gebaut, dort auch das Archäologische Landesmuseum, das Petritor und die

       BUGA 2025 selbst nebst dem neuen exklusiven Wohngebiet daneben.

       Stillgelegt wird dafür die IGA und in Folge auch die Hansemesse und das Traditionsschiff. Der Platz

       für das Traditionsschiff und dem maritimen Museumsneubau ist still und heimlich garantiert schon

       im Stadthafen reserviert...

12. Was passiert aber, falls die BUGA doch nicht nach Rostock kommt und die IGA abgewickelt wurde?

       Wir, die Bürger aus dem Rostocker Nordwesten haben die Vermutung, dass die Rostocker

       Bürgerschaft gar nicht weiß, worüber sie eigentlich bei der IGA entscheidet. Vielleicht sollte gerade

       jetzt zur Blütezeit eine Komplettbegehung machen. Velleicht erkennen sie dann, was für ein

       einzigartig schönes Gelände mit einem riesigen Entwicklungspotential mit der  IGA vorhanden ist

       und ändern ihre Einstellung zur Zukunft der IGA.

       Keiner würde einen Rohdiamant im Wert von ca. 94 Millionen Euro nach 15 Jahren einfach

       wegwerfen, weil unfähig ist dem Rohdiamant den richtigen Schliff zu geben und daraus einen

       richtigen kostbaren Brillant zu machen, der eine Menge Geld bringt!!!

 

 

13. Wie gesagt: Die "schlafenden Hunde" sind geweckt und vorbei sind die Zeiten für den

       Oberbürgermeister und die  Bürgerschaft, dass sie scheinbar unbeobachtet an den Interessen der

       Rostocker Bürger vorbei entscheiden konnten.

       Jetzt gibt es Bürger, die für die anderen Bürger in Rostock dem Oberbürgermeister und der

       Rostocker Bürgerschaft ganz genau auf die Finger schauen und auch darüber informieren, wer

       für was in der Bürgerschaft eintritt. Das wird insbesondere in Vorfeld der Wahlen des neuen

       Oberbürgermeisters und der neuen Bürgerschaft sein!

14. Ausgehend vom Ausgang des Bürgerentscheides 2017 zum Verbleib des Traditionsschiffes "Dresden"

       an der IGA und zur Entwicklung der IGA gehen folgende Erwartungen der Rostocker an die Rostocker

       Bürgerschaft und an den Oberbürgermeister bezüglich einer ehrlichen und wirklichen

       Weiterentwicklung der IGA:

       - Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen zum Fortbestand der IGA durch Annulierung des

         Bürgerschaftsbeschlusses zur Liquidierung der IGA von Februar 2015

       - Neubesetzung der IGA-Geschäftsführer-Stelle mit einer unternehmerisch kompetenten und

         erfolgreichen Person, die möglichst jahrelang einen Veranstaltungs- und Ausstellungspark bzw.

         Museumspark geführt hat und sich schon bei der Bewerbung durch schnell realisierbare

         Ideen bezüglich Attrationssteigerung der IGA mitbringt.

         Gleichzeitig sollte den Posten des Aufrichtsratsvorsitzenden eine Person innehaben, die sich dem

         Rostocker Nordwesten und somit auch der Entwicklung der Hansemesse, der IGA und des

         Traditionsschiffes als Ausstellungs- und Veranstaltungsverbund zu einem Touristenmagneten mit

         ganzer Persönlichkeit verbunden und verpflichtet fühlt.

      - Abkehr von der getrennten Betrachtungsweise der maritimen Ausstellungsflächen inklusive

         Traditionsschiff und der IGA-Ausstellungsflächen. Dieses dient vorausplanend der Herauslösung

         der IGA aus dem Ausstellungsverbund und Abdrängung in die touristische Bedeutungslosigkeit.

         Dieses dient nur, um die IGA schnellsmöglichst und endgültig liquidieren zu können. Aufgrund der

         umfangreich geflossenden Fördergelder gibt es eine 30-jährige Nachnutzungsbindung des IGA-

         Geländes als Ausstellung- und Veranstaltungsgelände. Die Liquidierung der IGA würde diese

         Förderbindung, die sonst bis 2033 laufen würde, vorzeitig auszuhebeln. Somit wäre der Weg frei,

         um profitträchtige Wohngebiete  auf dem Gelände der IGA und Hansemesse bauen zu können.

       - Absage der Idee die IGA zum Bürgerpark abzuwerten.

          Das IGA-Gelände hat die Infrastruktur, das Entwicklungspotentiat und beherbergt eine einzigartige

          Natur, die es unbedingt zu bewahren gilt. Nur wer die IGA gerade zu dieser Zeit, wo vieles

          in voller Blüte steht, mit eigenen Augen gesehen hat, wird verstehen, warum die Rostocker um

          dieses Geschenk der Projektanten der IGA 2003 und der Natur engagiert kämpfen.

          Als Bürger- und Erholungspark wird der IGA-Park geöffnet. Das heißt nichts anderes, dass der Zaun

          entfernt und die Bewachung der IGA umgehend eingestellt wird, um Kosten zu sparen.

          Was bedeutet das konkret für das IGA-Festzelt, die Sportanlagen, den Chinesischen Pavillon, den

          Japanischen Garten, den Kinderspielplätzen, den Weidendom, den Rhododendron-Park und den

          Rosenhang? Grafitty-Sprayer, Vandalen und Dieben werden Tür und Tor geöffnet und schon bald

          wird der einst gepflegte Park verkommen, weil sich abends dort in die unübersichtlichen Gebiete

          keiner hinwagt, schon gar nicht allein spazierende Frauen oder auch Kinder.

          Und auch die zahlreich vertretenen Hundebesitzer werden von den einst sauberen und gepflegten

          Liegewiesen Besitz ergreifen und die IGA zu einem Hunde-Klo verkommen lassen, die wohl dann

          kein Besucher mehr zum Picknick oder Relaxen nutzen möchte. Hat die Bürgerschaft darüber

          schon mal ernsthaft nachgedacht?

          Sind das wirklich zukunftsträchtige (Weiter)Entwicklungspläne, für die Sie uns verkaufen möchten?

          Selbst der Dümmste wird schnell erkennen, dass das in Wirklichkeit knallharte Rückbau- und

          Abwicklungspläne sind, damit die freiwerdenden Finanzmittel in die Entwicklung des Stadthafens

          gesteckt werden können. Zugleich will die Stadt Rostock damit gleichzeitig neue Wohn

          Bebauungsgebiete  auf dem Messe- und (noch)IGA-Gelände in exklusiver Umgebung etablieren um

          damit Profit zu machen.

          Die 5 Stadtteile im Rostocker Nordwesten werden somit kulturell und touristisch zugunsten des

          Stadthafens abgehängt.

       - Deshalb sofortige Annullierung der Bebauungspläne mit Wohngebieten der Hansemesse-Fläche

         "Hamburger Tor" und der IGA-Fläche  "Seezeichenweg".

       - Absage an die Bebauung der IGA-Fläche am Rosenhang mit einer Eis- und Sporthalle.

       - Als Zeichen des ernstgemeinten Willens der Rostocker Bürgerschaft zur kulturellen und tourischen

         Entwicklung der IGA sollte sie sofort beschließen, dass von der ALBA Metall Nord GmbH

         Betriebsstätte Marienehe die Skulptur des  Meeresgottes "Njörd" zurückgekauft und wieder in der

         IGA als Wahrzeichen der Wiederauferstehung installiert wird.

      - Die verrotteten Springbrunnen vor der Messehalle sollte man so schnell wie möglich restaurieren

        und wieder in Betrieb nehmen.

      - Erarbeitung und Vorstellung eines "echten" Weiterentwicklungskonzeptes der Hansemesse, der

        IGA- und der maritimen Ausstellung (inklusive Traditionsschiff und Neubau eines maritimen

        Museums am Standort Schmarl).

        Dabei sollte Hansemesse, IGA und maritime Ausstellung als ein Veranstaltungs- und

        Ausstellungverbund betrachtet und Attraktionen für alle 3 Bereiche gleichermaßen gesucht, geplant

        und verwirklicht werden.

     - Die Infrastruktur für den Touristenverkehr per Reisebusse wäre so schnell wie möglich zu planen

        und umzusetzen. Dafür würde sich das Gelände des "Hamburger Tor" sehr gut eignen. So könnte die

        Infrastruktur des S-Bahnhaltepunktes "Lütten Klein" genutzt werden.

     - Zudem sollte gleichzeitig eine Parkbahn als Zubringer zum Traditionsschiff (oder auch ein Shuttle-

       Service) vom "Hamburger Tor" in Betrieb genommen werden. Ein Shuttle-Service wäre auch zum

       Kreuzfahrt-Terminal nach Warnemünde denkbar. Dort werden jährlich über 800 000 Kreuzfahrtgäste

       abgefertigt (Tendenz steigend).

     - Sowohl die kommunalen Tourismuszentralen und der Rostocker Stadtführerverein e.V. sollten die

       aktive Blockadepolitik aufgeben und aktiv für die Hansemesse, die IGA und das Traditionsschiff

       Werbung machen. Es kann doch nicht sein, dass das Traditionsschiff in Werberbroschüren und in der

       Stadtwerbung nicht als großformatiges Bild zu sehen ist, sondern in der Werbebroschüre irgendwo

       mittendrin maximal kleingedruckt von Veranstaltungen im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum

       gesprochen wird. Welcher Tourist von außerhalb vermutet darunter, dass es sich hierbei um ein sehr

       schönes, einzigartiges, sehenswertes ehemaliges Hochseeschiff handelt, auf dem sich das Schiffbau-

       und Schifffahrtsmuseum befindet?

       Eine Schande auch, dass sich in der offiziellen Hochglanzbroschüre zum 800sten Jubiläum Rostocks

       kein Bild vom Traditionsschiff vorhanden ist, obwohl es schon seit 1970 zum Stadtbild Rostocks   

       gehört und dort das  maritime Erbe unserer Hansestadt bewahrt und präsentiert wird.

       Werbung ist Vorraussetzung für den Bekanntheitsgrad und Erfolg! So sollte am Flughafen Laage, an

       den Fährterminalen, am Rostocker Hauptbahnhof, auf dem Universitätsplatz Rostock und am

       Kreuzfahrtterminal Warnemünde mit größflächigen Bildschirmen mit Bildern und Videos aller

       Rostocker tourischen Attraktionen geworben werden. Das schließt natürlich Werbung für die

       Hansemesse, die IGA und das Traditionsschiff "Dresden" ein. Großformatige Bildschirme sind

       Inzwischen relativ preiswert.

       Die lokalen Medien sollten gleichfalls aktiv Werbung für IGA und Co machen. Letzendlich wäre

       es nicht schlecht, wenn die Existenz der IGA und der Hansemesse auch auf touristischen Messen im

       In- und Ausland als Rostocker touristische Attraktion beworben wird, wenn wieder ausreichend

       Attraktivät geschaffen wurde. Wenn man Touristen und Besucher lockt, dann darf man sie auch nicht

       vom Angebot her enttäuschen.

 

Mit dem schändlichen Umgang in Bezug der Nachnutzung insbesondere der IGA, hat sich die Stadt Rostock – zumindest aus unserer Sicht  schon rein moralisch für die BUGA 2025 disqualifiziert!

Rostock hat bereits eine Gartenausstellung, die noch immer ein Touristenmagnet wäre, wenn

man sie nicht absichtlich hätte vergammeln lassen würde, um so Gründe zu haben,  doch noch das Traditionsschiff in den Stadthafen zu holen.

Zwar scheint es ein Neuanfang ist zu geben: Das Traditionsschiff "Dresden" sieht an Oberdeck wie neu aus, weil es frische Farbe bekommen hat. Auch wurde begonnen die maroden Holzstege für viel Geld zu erneuern. Das alles verblendet uns aber nicht. Für uns ist das Augenwischerei, um die wahre Entwicklung der IGA zu verschleiern.

Nun ist es an der Zeit der Rostocker Bürgerschaft ganz genau Flagge zu zeigen! Wer für die Bewerbung zur BUGA 2025 stimmt, ohne dass ein gleichberechtigtes Nutzungskonzept für die Hansemesse, die IGA und das Traditionsschiff "Dresden" vorliegt, der stimmt automatisch für die kulturelle und touristische Abkopplung des Rostocker Nordwestens mit seinen 5 Anliegerstadtteilen an der IGA und seinen

ca. 84 000 Einwohnern. Dieses bedeutet gleichzeitig auch die Bereitschaft zur widerstandslosen Hinnahme der endgültigen Liqudierung der IGA, der Befürwortung der Rückentwicklung zu einem Bürgerpark und somit auch die Befürwortung der Bebauung mit Wohngebieten.

 

Demokratieverständnis und somit die ehrliche Interessenvertretung aller Rostocker Bürger gleichermaßen sollte durch jeden einzelnen Bürgerschaftsabgeordneten gegeben sein.

Das ist offenbar nicht so! Augenscheinlich zählt nun ausschließlich die touristische Entwicklung rund um den Stadthafen. Dieses auf Kosten des Rostocker Nordwestens, der sein touristisches und kulturelles Zentrum verlieren wird. Damit würde die Lebensqualität von 84 000 Rostocker Einwohnern deutlich verschlechtert.

Bleibt abzuwarten, ob sie das wort- und kampflos hinnimmt. Abgerechnet wird im kommenden Jahr, zur Oberbürgermeister- und Bürgerschaftswahl!

 

In diesem Sinne hoffen wir auf die Rückbesinnung auf demokratische Werte unserer gewählten Bürgerschaftsvertreter und somit die richtigen Entscheidungen bzw. Beschlüsse im Interesse und für das Wohl aller Rostocker Bürger.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

gez. i.A. Andreas Schäfer

Rostocker Tradischiff-Freunde

Email:     info@rostocker-tradischiff-freunde.de

Internet:  www.rostocker-tradischiff-freunde.de

Offener Brief zum Thema BUGA 2025-Bewerbung und IGA-Entwicklung an den Präsidenten der Rostocker Bürgerschaft und an alle Bürgerschaftsmitglieder
Viele Rostocker machen sich Sorgen, dass ihr Wille vom Bürgerentscheid 2017 zum Verbleib des Traditionsschiffes "Dresden" in Schmarl an der IGA und der Wunsch, dass die Blockade der IGA-Entwicklung endlich aufgegeben und entwickelt wird, durch die Rostocker Kommunalpolitik einfach ignoriert wird...
Diese Gedanken, Sorgen und Ängste wurden nun in einem offenen Brief zusammengetrage und in einen offenen Brief an die Rostocker Bürgerschaft formuliert.
Sie finden diesen offenen Brief in vollständigem Wortlaut hier zum Lesen oder auch als Download!
OffenerBrief_RostockerBuergerschaft02052[...]
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