Neptun Hopper statt Brücke

Was ist das Neptun Hopper-Konzept?

 

Zur anschaulichen Erklärung schauen Sie sich bitte zuerst die nachfolgenden Links:

https://www.youtube.com/watch?v=i_6Gh6LO3fA

https://www.neptun-germany.com/fileadmin/user_upload/Neptun_Hopper_Fact_Sheet_GER.pdf

 

Und hier noch Pressebeträge zum Neptun Hopper-Konzept:

https://www.nnn.de/lokales/rostock/idee-vom-neptun-hopper-begeistert-id15027001.html

http://www.ostsee-zeitung.de/Mecklenburg/Rostock/Wasser-Busse-sollen-auf-Warnow-pendeln

https://www.ueckermuende.de/neuigkeiten-details.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1238&cHash=42431e33563e0a4da0cb806edb9fe97c

 

Im Oktober 2016 stellten die lokalen Medien das Neptun Hopper-Konzept vor. Hierbei geht es um

elektrisch betriebene Wasserfahrzeuge, die als Wassertaxen und/oder Wasserbusse betrieben werden

sollen. Entwickelt wurde dieses Konzept von der Neptun Ship Design GmbH aus Rostock.

Die Bürgerschaft hatte sich auch zum Konzept bekannt und in einem Beschluss Anfang Februar 2017,

dass das Konzept Neptun bei allen Planungen an der Warnow mit betrachten soll.

https://ksd.rostock.de/bi/to020.asp?TOLFDNR=7094853

https://ksd.rostock.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=1013094

Diese Idee wurde in den Medien zwar begeistert aufgenommen, aber wie so oft, folgt der ersten

Euphorie eine lange Phase der Ruhe.

Aber nun ist der Zeitpunkt gekommen, dass das Neptun Hopper-Konzept von der Stadt Rostock als eine

echte Ergänzung des öffentlichen Nahverkehrs in die Realität umgesetzt wird.

In der Stadt Rostock ist die geplante Fußgänger- und Fahrrad-Brücke vom Rostocker Stadthafen nach

Gehlsdorf äußerst umstritten. Wieder mal wurde von „oben“ entschieden, was für die Rostocker gut

sein soll. Und so wurde erst mal festgelegt, dass die Rostocker unbedingt eine zweite Gartenschau, die

BUGA 2025 für ca. 20 Millionen Euro Investitionskosten brauchen. Das sind die geplanten

Investitionskosten für die reine Gartenschau. Für die Umgestaltung der Hechtgrabenniederung sind sind

weitere fast 3 Millionen Euro und für das Projekt Stadtstrand Fährhufe auch noch zusätzliche

3, 6 Millionen Euro Ausgaben veranschlagt.

Die Gartenausstellung soll ja auf der ehemaligen Mülldeponie Rostocks gegenüber des Stadthafens auf

der anderen Warnowseite entstehen und so braucht man auch unbedingt eine Brücke, um die

prognostizierten 1,7 Millionen BUGA-Besucher an den 170 Veranstaltungstagen vom Stadthafen auf das

BUGA-Gelände zu bringen. Das wären immerhin 10 000 Besucher pro Tag, bei Wind und Wetter,

an Arbeitstagen, Wochenenden und Feiertagen. Die BUGA dient aber nur als Alibi um den Rostockern

die absolute Notwendigkeit der Brücke suggerieren zu wollen.

In einem Artikel der Ostsee-Zeitung vom 01.06.2018 machte der kommissarische Geschäftsführer der

IGA, Referent für Stadtentwicklung im Büro von Oberbürgermeister Methling und BUGA-Koordinator

des Rathauses unter der Überschrift „Noch vier Wochen Zeit: Stadt arbeitet an Buga-Bewerbung u.a.

folgende Aussage:

Zitat

„Wir glauben an unser Konzept. Aber selbst wenn wir den Zuschlag nicht erhalten, ist unsere Arbeit

nicht vergebens. All die Projekte am Stadthafen, all die Ideen für Rostocks Zukunft kommen trotzdem –

nur dann halt ohne die Blumenschau als Krönung.“

Zitatende

Im Klartext heißt das, dass u.a. die Brücke auch gebaut wird, falls die BUGA 2025 nicht nach Rostock

kommen sollte... Woher nimmt Herr Horn die Legitimation für so eine weitreichende Aussage? Gibt es

diesbezüglich einen Beschluss der Bürgerschaft? Nicht, dass wir wüssten.

Herr Horn spricht nur aus, was sich die Stadtplaner denken. Somit soll wohl Druck auf die Bürgerschaft

nach dem Motto aufgebaut werden:“Ihr habt doch für die BUGA-Bewerbung gestimmt. Ihr habt

gleichzeitig dem Bau der Brücke nach Gehlsdorf zugestimmt – egal ob die BUGA kommt, oder nicht!“ (So

funktioniert Demokratie im Rostocker Rathaus.)

Somit wird aber dann nach der BUGA bzw. ohne die BUGA die Gehlsdorfer Brücke als Mahnmal des

Größenwahns, des Geltungsbedürfnisses, der Ignoranz und Arroganz, der Verschwendungssucht und der

Inkompetenz unseres Stadtparlaments über Jahrzehnte im Stadtzentrum stehen. Sie wird auch einen

Eintrag ins Schwarzbuch der Steuerzahler bekommen, weil 17 Millionen Euro aus der Rostocker

Stadtkasse einfach „verbrannt“ wurden, weil von denen, für die die Brücke gebaut sein sollte, diese

wegen der Abgelegenheit kaum nutzen werden, nämlich die Gehlsdorfer und schon gar nicht die

Dierkower und Toitenwinkler Bürger. In diesem Zusammenhang muss man sich die Frage stellen,

woher der Wert 17 Millionen Euro als Investitionskosten für die Brücke überhaupt kommt. Schließlich

gibt es noch keinerlei Vorplanung, keine Ausschreibung und deshalb schon gar nicht

Ausschreibungsergebnisse, welche erst eine seriöse und belastbare Zahl für die realen Baukosten liefern

können.

Die Nutzung der Brücke nach bzw. ohne die BUGA wäre völlig an der Realität vorbei, denn nur die

wenigsten Gehlsdorfer brauchen eine permanente Verbindung in das Stadtzentrum. Viele haben in

anderen Stadtteilen auch jenseits der Warnow ihre Arbeitsstellen oder andere Orte, die sie dort

regelmäßig aufsuchen müssen. Somit ist mehr Flexibilität in Angeboten der Warnowquerung gefordert,

die eine Brücke definitiv nicht bieten kann. Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie

unter dem nachfolgenden Link:  Teure nutzlose Brücke!

 

Das Neptun Hopper-Konzept bietet riesige Flexibilität in den Möglichkeiten und der bedarfsorientierten

Entwicklung für den Passagiertransport auf dem Wasser. Eine Stadt steht in der Entwicklung niemals

still. Neue Wohn- und Gewerbegebiete entstehen, alte verschwinden. Es entstehen neue Parks, alte

verschwinden oder werden touristisch aufgewertet. Überhaupt sollte eine sehr maritim und hanseatisch

geprägten Stadt wie Rostock touristische Potentiale nutzen und diese vor allem s i n n v o l l entwickeln.

 

Dabei bietet die intelligente erweiterte Einbindung der Warnow ungeahnte Möglichkeiten.

Warnow-Querungen der Stadt Rostock

- Eisenbahnbrücke Steintor-Vorstadt (Eisenbahn)

- Mühlendamm-Brücke (Kraftfahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger)

- Petridamm-Brücke (Kraftfahrzeuge)

- Brücke Holzhalbinsel – Dierkower Damm (Straßenbahn, Radfahrer, Fußgänger)

- Fähre Gehlsdorf (Radfahrer, Fußgänger)

- Tunnel Schmarl (Kraftfahrzeuge)

- Fähre Hohe Düne (Kraftfahrzeuge, Radfahrer, Fußgänger)

Anhand dieser Auflistung wird deutlich, dass es insbesondere Radfahrer und Fußgänger in

Rostock sehr schwer haben, die Warnow zu queren. Bleibt ihnen nur die Nutzung des privaten

PKW und die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Auch wenn Gehlsdorf sehr gut an

das städtische Nahverkehrsnetz angeschlossen ist, die Wege und somit Fahrzeiten sind viel zu lang

und zu umständlich (umsteigen), um zum Beispiel in die Stadtgebiete im Rostocker Nordwesten zu

gelangen. Da setzt das Neptun Hopper-Konzept an, um diese Lücke im städtischen Nahverkehr

zu schließen:

 

Die Idee des Neptun Hopper-Konzeptes

Nach gründlicher Potential- und technischer Machbarkeitsanalyse werden die notwendigen

Konstruktionen und erst daraufhin der Investitionsrahmen ermittelt. Wie die Umsetzung eines

solchen Konzeptes auf seriöser Grundlage erfolgt zeigt ein höchst aktuelles Beispiel:

Die Firma Neptun Ship Design GmbH aus Rostock, die u.a. auch das Neptun Hopper Konzept entwickelt

haben, hat in Ückermünde die Ausschreibung für eine Potentialanalyse und  technische Machbarkeitsstudie

einer neuen Fährlinie zwischen Ueckermünde und der Insel Usedom mit modernen elektrisch betriebenen

Fähre gewonnen. Unterstützung dafür leistet das Fachunternehmen CPl – Competence in Ports and Logistic GmbH

aus Rostock.

Dieses Projekt genießt höchste Aufmerksamkeit in der Landesregierung und wird von ihr

auch aktiv unterstützt und gefördert. So kostet die Durchführung der Studie insgesamt 36 000

Euro. Davon braucht die Stadt Ueckermünde lediglich 6 000 Euro bezahlen. Den Rest der Kosten

übernahm das Land Mecklenburg- Vorpommern durch eine Förderung.

Mehr Informationen dazu unter dem nachfolgenden Link:

https://www.ueckermuende.de/neuigkeiten-details.html?&no_cache=1&tx_ttnews%5Btt_news%5D=1238&cHash=42431e33563e0a4da0cb806edb9fe97c

Sind alle Sach-, Fach-, juristische, politische und finanziellen Fragen geklärt, geht es an die Umsetzung

des Neptun Hopper-Konzeptes in die Realität, wobei verschiedenste Spezifikationen für die jeweiligen

Auschreibungen definiert werden müssen:

- Schaffung eines Netzes von Anlegestellen für hochmoderne, bedarfsgerechte, umweltfreundliche,

  rein elektrisch betriebener Wassertaxen und Wasserbusse, welche Fußgänger,

  Radfahrer, Rollstuhlfahrer und Kinderwagen barrierefrei transportieren können.

- Vollkommen abgestimmter Zubringerverkehr durch eine lückenlose Einbindung in das städtische

  Nahverkehrsnetz der RSAG. Die Neptun Hopper sind somit keine Konkurrenz zum öffentlichen

  Nahverkehr sondern eine längst überfällige Ergänzung.

- Durch die komplette Einbindung in den öffentlichen Nahverkehr würden auch die Fahrpreise des

  städtischen Nahverkehrs gelten. Somit würden die schon vorhandenen Monats- und Schülerfahrkarten

  die Nutzung des Neptun Hopper-Netzes inklusive sein. Für Kreuzfahrt-Touristen würde sich zum

  Preis einer Tageskarte die Möglichkeit erschließen, von Warnemünde nach Rostock mit dem Neptun

  Hopper zu fahren und Rostock von der Warnow aus zu erkunden. Sie wären dabei nicht zeitlich

  gebunden, könnten ihre Fahrt beliebig oft unterbrechen, um zum Beispiel Rostocks

  Sehenswürdigkeiten, zu denen auch das Traditionsschiff und noch die IGA gehört, besuchen.

  Bedarf können sie sogar auf Straßenbahn, Bus und S-Bahn umsteigen und nutzen.

  Zudem können neue touristische Routen erschlossen werden. Der Verein Mühlendammschleuse e.V.

  engagiert sich seit Jahren intensiv für die Reparatur oder ggf. Neubau der Mühlendammschleuse.

( http://muehlendammschleuse.de/wordpress/ )

  Aktive Unterstützung hat der Verein dafür von der Bundesregierung bekommen, da sich die Stadt in

  dieser Angelegenheit sehr schwerfällig tat. Wenn die Mühlendamm-Schleuse wieder für den regulären

  Schiffs- bzw. Bootsverkehr geöffnet wird, dann könnte man Ausflugsfahrten in purer Natur entlang des

  Warnow-Flusslaufes bis nach Schwaan erfolgen. Dieses wäre nur deshalb möglich, da durch

  Elektroschiffe keine Belastung der Natur (Abgase, Lärm, Wasserverunreinigung) stattfindet.

- Schaffung von kostenlosen, überwachten Park and Ride (P+R)-Parkplätzen inklusive Ladestationen

  für E-Autos und E-Bikes) an den Anlegestellen, damit man auch bequem mit dem privaten PKW

  Fahrrad zu den Anlegestellen kommt. Zubringerradwege zum Neptun Hopper würden mit

  einem „H“ gekennzeichnet.

- Insgesamt wird der Stadtverkehr entlastet und die Emissionen von Abgasen verringert.

- Nutzung modernster Kommunikationstechnik (Handy) für die Information der Fahrgäste und für

  die bargeldlose Bezahlung.

  (Auch an die Fahrgäste, die lieber schnell und problemlos mit Bargeld bezahlen wollen, ist gedacht:

  Sie werfen einfach Münzen in einen Münzkorb, um die Überfahrt zu bezahlen.)

- Aufgrund der modernen Vernetzung der Haltestellen und der Neptun Hopper kann flexibel auf den

  realen Bedarf regiert werden. So wäre z.B. das bedarfsweise Anfahren von Haltestellen möglich.

- Je nach der städtebaulichen und touristischen Entwicklung der Stadt, könnte das Wassertaxen- und

  Wasserbus-Netz sehr flexibel angepasst werden, wie z.B. neue bedarfsgerechte Anlegestellen.

- Je mehr Anlegestellen, Wassertaxen und Wasserbusse auf der Warnow existieren, umso schneller

  und flexibler kann auf geänderte Verkehrssituationen regiert werden (z.B. technische Ausfälle oder

  plötzlich unerwartet hohes Fahrgastaufkommen durch Touristen- oder Radwander-Gruppen).

  Durch eine sehr hohe Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit, wäre der Neptun Hopper eine echte

  Alternative zum privaten PKW, zu Bus und Bahn für diejenigen, die in Warnownähe wohnen und

  auch arbeiten. Je kürzer die Wege von zu Hause zum den Neptun Hopper-Anlegestellen und von dort

  zum Arbeits- bzw. Zielort sind, um so mehr werden auf das Fahrrad umsteigen oder zu Fuß gehen.

  So wäre der Neptun Hopper ein attraktives Pendler-Angebot z.B. für das wachsende Gewerbegebiet

  des Rostocker Überseehafens.

- Je attraktiver das Angebot, um so mehr wird es genutzt. Je mehr es genutzt wird, um so schneller

  ist es refinanziert.

- Der Einsatz der Neptun-Hopper ist 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr möglich. Ausnahmen sind

  natürlich extreme Witterungsbedingungen, wie Hochwasser, Eis, Schnee und Sturm. Bei diesen

  Wetterbedingungen werden äußerst selten die Radfahrer und Fußgänger unterwegs sein.

  Extremwetterlagen sind aber relativ selten.

- Eine elektrische Antriebsanlage ist viel einfacher zu automatisieren. Somit werden Betriebs- und

  Wartungskosten gesenkt. Man rechnet mit einem Wartungsaufwand von 5 Prozent im Vergleich

  zu konventionellen Schiffsantrieben. Für die Stadtwerke Rostock könnte sich hier mit der Synergie von

  Energie und IT eine ideale Produktsituation ergeben, was sich sehr positiv auf die laufenden

  Betriebskosten der Neptun Hopper-Flotte auswirken würde.

- Je mehr Schiffe bzw. Boote einer Serie gebaut werden, um so billiger werden sie in der Herstellung.

  Alle notwendigen Produkthersteller, hauptsächlich aus Mecklenburg-Vorpommern, stehen dafür bereit.

- Je mehr Anlegestellen (die ja gleichzeitig Ladestationen sind) gebaut werden und je mehr Neptun

  Hopper verkehren, desto größer der Energiebedarf mit günstigen Einkaufskosten aus erneuerbaren

  Energien (z.B. Offshore Wind).

 

Bisher ist der Neptun Hopper tatsächlich nur ein Konzept. Würde dieses Konzept von der Stadt angenommen,

dann gilt es wie in Ueckermünde eine Potenzialanalyse und technische Machbarkeitsstudie kurzfristig

auszuschreiben und zu beauftragen (z.B. wie groß die Wasserfahrzeuge eigentlich sein müssen, um

die bedarfsgerecht ausreichend Transportkapazität für Fußgängern, Radfahrern, Rollstuhlfahrern und

Kinderwagen zu ermitteln).  Die in den Medien angegebene Zahl von 28 Fahrgäste ist also nur ein

Vorschlag!  Dann erst wäre auch eine seriöse Kostenkalkulation möglich. Anschließend könnten die

Bauaufträge für die Fähren und die für die landseitigeen Infrastrukturmaßnahmen geplant und

ausgeschrieben werden. Voraussetzung ist die Bestellung eines Betreibers im ÖPNV-Verbundkonzept,

wobei zweckmäßiger Weisee sich die RSAG anbietet, aber auch andere Konstellationen möglich

wären..

 

Ende 2019, Anfang 2020 soll die alte Fähre der Linie Gehlsdorf – Kabutzenhof durch eine elektrische

Fähre ersetzt werden.

https://www.svz.de/lokales/rostock/elektrofaehre-bindet-gehlsdorf-an-id19385226.html

Warum parallel eine Brücke dann überhaupt vorgeschlagen wird entzieht sich

unserem Verständnis.

Für die neue Elektrofähre rechnet die Stadt mit ca. 1,5 Millionen Euro, ein Wert der sich angeblich an anderen

Elektrofähren orientiert. Dieser Wert wurde schon gesetzt, bevor es das Konzept des Neptun Hoppers gab.

Er resultiert aus erster Schätzung für ein Ersatzschiff, welches konventionell mit Diesel angetrieben wird.

Die Kosten ähnlicher solarbetriebener Elektrofähren in Deutschland können nicht als Vorbild genommen

werden, da diese auf der Unterwarnow als Binnewasserstraße Zone 2 – See- und neuesten Vorschriften

der BinSchUO (Binneschiffsuntersuchungsordnung) nicht entsprechen.

Deshalb überhaupt ist 1,5 Millionen als reiner Schätzwert zu betrachten.

Die momentan konventionell betriebene Fähre kann 97 Fahrgäste transportieren und jährlich werden

durch sie rund 140 000 Passagiere befördert. Das Neptun Hopper-Konzept könnte bei der Auswahl der

Fähre mit einbezogen werden, aber es werde noch hinsichtlich der Kriterien Wirtschaftlichkeit,

Machbarkeit und Flexibilität der Anlegestellen untersucht, wie Finanzsenator Müller-von Wrycz

Rekowski in o.g. Zeitungsartikel erklärte. Trotz intensiver Recherchen in Bürgerportal des Rostocker

Rathauses konnten wir keinen Bürgerschaftsbeschluss zu diesem Thema finden. Investitionen werden

durch einen Mehrheitsbeschluss des Bürgerschaft legitimiert und sind erst dann rechtskräftig.

Zeitungsbeiträge mit Interviews von Stadt- und BUGA-Planern zu irgendwelchen Visionen, Träumen und

Plänen bleiben auch solche, bevor kein Mehrheitsbeschluss der Bürgerschaft zur Umsetzung vorliegt.

Insofern sind solche Mitteilungen, auch wenn sie direkt vom Oberbürgermeister Herrn Methling, seinem

1. Stellvertreter, Herrn Müller-von Wrycz Rekowski oder dem BUGA-Koordinator Herrn Horn stammen,

nichts anderes als unlegitimierte Visionen, Träume und Pläne – mehr nicht bis dahin!

Nur wenn die BUGA 2025 tatsächlich nach Rostock kommen sollte und nur wenn tatsächlich 1,7

Millionen Besuche an den 170 Veranstaltungstagen auf das BUGA-Gelände gelockt würden, dann

müssten täglich vom Stadthafen Rostock 10 000 Besucher auf die andere Warnowseite zum BUGAGelände

hin- und zurück gebracht werden. Pro Stunde wären also ca. 910, pro Minute ca. 15 Personen,

welche die Warnow queren können sollten. Tagtäglich zur Öffnungszeit der BUGA, bei Wind und Wetter,

wochentags, Wochenende oder feiertags.

Da die BUGA als Hauptattraktion aber nur ein Gipfelspielplatz mit Riesenrutschen und Kinderseilbahn

sowie einem BMX-Track angedacht ist, liegt es hauptsächlich an dem Angebot der Veranstaltungsbühne,

ob so viele Besucher wirklich gelockt werden können. Bei 20 Euro Eintritt für einen Erwachsenen

zweifeln wir sehr stark, dass die kalkulierte Besucherzahl für die BUGA mit 1,7 Millionen seriös und

belastbar ist.

 

Die BUGA hat nicht im annähernd das touristische Entwicklungspotential wie die IGA. Weder von der

Lage, weder von Natur und schon gar nicht von den Attraktionen. Wenn man das Geld, welches für die

BUGA gedacht ist nur anteilsweise in die touristische Entwicklung der Hansemesse und IGA stecken

würde, dann wären die 17 Millionen Euro (die für die Brücke unbelastbar wohl geschätzt waren)

frei, um diese in Schulen, Sporthallen, Kindergarten- und Kinderkrippenplätze oder andere allgemeinnützige

Projekte zu investieren.

Von vornherein halten wir BUGA und Gehlsdorfer Brücke für eine Fehlinvestition und gigantische

Steuergeldverschwendung.

Bleibt nur zu hoffen, dass wenigstens auf Landesebene die BUGA 2025-Bewerbung und der damit

verbunden Stadtentwicklungspläne äußerst kritisch hinterfragt werden und vor allem die

Fördergelder für wirklich sinnvolle, nachhaltige und für alle Rostocker dienende

Großprojekte vergeben werden:

- Dort sollte der Umgang mit der IGA 2003 in der Nachnutzung ein ganz großes Thema sein.

  Der Hansemesse- und IGA-Komplex kostete 94 Millionen Euro und wurde großzügig durch die

  EU, durch den Bund und das Land gefördert. Deshalb auch eine 30-jährige Förderbindung zur

  Nachnutzung der IGA und der Hansemesse. Die zuständigen Gremien auf Landesebene würden

  feststellen, dass die Hansemesse und die IGA vorsätzlich dem Verfall preisgegeben

  wurde und dass man die IGA GmbH sehr gern auflösen möchte, um vorfristig aus die Förderbindung zu

  kommen (Die Stadt nennt das in der Verschleierung einen Bürgerpark daraus machen).

  Die Hauptmotivation ist aber auf dem IGA- und Messegelände 2 Wohnungsbaugebiete und eventuell

  den Bau einer kombinierten Eis- und Schwimmhalle etablieren zu können.

- Das was auf der IGA und der Hansemesse existiert und schon mal gefördert wurde, soll im

  Stadthafen und auf dem BUGA-Gelände parallel entstehen. Die IGA soll dafür „weggeworfen“ werden.

- Betrachtet man sich mal das BUGA-Konzept ganz genau, so gibt es dort keine wirkliche Attraktionen,

  welche Besucher von nah und fern locken würden. Ein großer Kinderspielplatz mit Riesenrutschen

  und ein BMX-Track als Hauptattraktion dürften sich als ein sehr teurer Flop erweisen.

  Da nach den 170 Tagen die BUGA zum kostenlosen abgelegenen Bürgerpark wird, dürfte dieses

  Gebiet in die Bedeutungslosigkeit versinken.

- Gleiches gilt für die Brücke nach Gehlsdorf, die nach 170 Tagen Nutzung während der BUGA keine

  wirkliche Bedeutung mehr haben wird. Wir hoffen sehr, dass vor der Vergabe der Fördermittel sehr

  genau das Verhältnis von Kosten und den daraus resultierenden Nutzen für alle Bürger Rostocks

  analysiert wird.

- Wir hoffen sehr, dass die Schweriner Landesregierung soviel Verantwortungsbewusstsein hat,

  dem Finanzsenator Rostocks, Herrn Müller-von Wrycz Rekowski bei all seinen Investitionsplänen

  für die Stadtentwicklung Rostock sehr genau auf die Sinnhaftigkeit "seiner" Projekte schaut und nicht

  ohne tiefgehende Prüfung diese genehmigt oder gar fördert. Die Pläne unseres Finanzsenators

  gerade schuldenfrei werdende Stadt mit 170 Millionen Euro Krediten zu belasten, um aus den

  Investitionsvorhaben unter dem Strich ca. 50 Millionen Defizit einzufahren, sollte unter allen

  Umständen durch die Landesregierung äußerst kritisch betrachtet und im Interesse aller

  Rostocker unter allen Umständen verhindert werden.

  Großes Augenmerk sollte sein, ob die Rostocker Bürger überhaupt in der Entscheidungsfindung

  auch wirklich mit einbezogen wurden oder ob sie wie mit den BUGA- und Brückenplänen einfach

  vor vollendete Entscheidungen gestellt wurden. Somit ist die Akzeptanz der Rostocker Bürger

  zu den Großprojekten in der Mehrheit oftmals gar nicht gegeben.

  Erster Schritt sollte sein, dass sowohl die Projekte um die BUGA 2025 einschließlich der Bau der

  Brücke und der Markthalle im Stadthafen keine Befürwortung und somit auch keine Förderung

  durch das Land Mecklenburg-Vorpommern bekommt. Dieses Geld hätten eher Kommunen verdient,

  die verantwortungsvoller und im Sinne aller Bürger in der Kommune mit den Fördergeldern umgehen

  als es Rostock tut.

  Statt den Gehlsdorfern eine Brücke zu bauen, die sie in der Mehrheit weder brauchen, noch möchten,

  ist das Neptun Hopper-Konzept eine sehr gute und flexible Alternative!

 

  Vorteile des Neptun Hopper-Konzepts:

- Generierung von mehr Fußgänger- und Fahrradverkehr

- Mehr Akzeptanz und Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln, so dass der private PKW öfters

  stehen gelassen wird.

- Damit mehr Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs und Entlastung des innerstädtischen Verkehrs

- Verlagerung von Personentransport auf den Wasserweg.

- Verwendung einer hocheffizienten, wartungsarmen und umweltfreundlichen Transporttechnologie,

  die zudem höchst flexibel auch sehr kurzfristig auf Transporterfordernisse angepasst werden kann.

- Durch die vollkommene Einbindung in den öffentlichen Nahverkehrsverbund sind durch die Monats-

  und Tageskarten, in der die Benutzung von S-Bahn, Straßenbahn, Nahverkehrsbussen und Fähren

  und da so die Möglichkeit für das Unterbrechen der Fahrt und Umsteigen auf andere Verkehrsmittel

  innerhalb des Verkehrsverbundes inklusive ist,  hat man ein sehr preiswertes Angebot für Tagesbesucher

  und Tagestouristen (inklusiver der Kreuzfahrt-Touristen), die Stadt Rostock preiswert auch von der

  Warnow aus kennenzulernen.

  So rückt auch das Traditionsschiff „Dresden“ und der IGA-Park mehr in den Blickpunkt der Touristen,

  da diese von der Wasserseite aus unübersehbar sind.

  (Übrigens können die Rostocker von der Wasserseite aus dem Meeresgott „Njörd“ auf dem Hof

  einer Recyclingfirma im Marienehe wiedersehen, der von der Stadt, wie einst das Ausbildungsschiff

  „Georg Büchner“ quasi über Nacht zur Verschrottung freigegeben wurde.)

- Entlang der Warnow-Ufer könnte die Grundidee der Entwicklung einer maritimen Meile vom

  Stadthafen bis nach Warnemünde langfristig nach und nach entwickelt werden.

- Die Stadt Rostock würde als großes Pilotprojekt bei der Umsetzung des Neptun Hopper-Konzeptes

  sicherlich eine international beachtete Vorreiterrolle bei der Einführung eines ökologisch

  ausgerichteten Verkehrskonzeptes bekommen. Rostock würde ein riesigen positiven Image-Gewinn

  erlangen und mit dem starken Partner Neptun Ship Design GmbH eine moderne ökologische

  Technologie in die Welt tragen.

  Davon hätte ganz Rostock insgesamt mehr, als eine kaum genutzte Brücke, für die Millionen an

  Steuergelder verschwendet wurden, die durch nichts refinanziert wird und aufgrund der

  durchzuführenden Wartungen und Fachpersonal für den Klappmechanismus für alle Zeit weitere Kosten

  generiert.

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