BUND e.V. gegen IGA

Schon äußerst seltsam die Änderung der Einstellung zur Entwicklung der IGA vom „Bund für Umwelt- und Naturschutz

Deutschland – BUND e.V. Rostock. So dokumentieren zwei Stellungnahmen zur BUGA 2025 eine eindeutige Wandlung,

die doch die Frage aufwerfen:

Wurde und wird der BUND durch die Stadt Rostock gezielt manipuliert und/oder

unter Druck gesetzt?

 

Das wäre ein handfester Skandal, wenn sich das nachweisen ließe!

 

Wir liefern ihnen die Links zu den Original-Schreiben, damit Sie selbst urteilen können.

Die wichtigsten Informationen haben wir hier im Text gekürzt zusammengefasst:

 

Die erste Stellungnahme, die wir hier heute präsentieren, stammt vom 03.03.2017

https://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/fileadmin/mv/PDF_Dokumente/2017-08-03_Schreiben_Hr._Horn_-_BUGA_2025.pdf

Diese Stellungnahme bezieht sich auf das Informationspapier BUGA 2025 vom 5. Juli 2017.

  -Kernaussagen sind hier noch, dass man überwiegende Risiken für die Umwelt in Rostock durch die

    damit verbundene Naturzerstörung, den Flächenverbrauch durch Bebauung und Versiegelung, hohes

    Verkehrsaufkommen, Absperrungen bzw. fehlende Nachnutzungskonzepte sieht.

  -Unter „Attraktiver Stadthafen“ spricht man sich gegen die Bebauung mit einem großen Maritimen 

    Erlebniszentrum und gegen die intensive Wohnungsbebauung an der Warnow aus.

  -Unter „Nutzung vorhandener Infrastrukturen“ spricht man sich für die Nutzung der Infrastrukturen

    der Messehalle und der IGA aus, um nicht neue Hallen und Parkplätze bauen zu müssen.

  -Unter „Fuß- und Radverkehrsförderung“ wurde der Bau einer Brücke über die Warnow empfohlen.

 

Die zweite Stellungnahme stammt vom 22.02.2018

https://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/fileadmin/mv/PDF_Dokumente/2018-02-22_Stellungnahme_BUND_RostockerOval.pdf

Auffällig schon, dass man sich für die konstruktive Einbindung des BUND bei der bisherigen Planung

bedankt. Entgegen der ersten Stellungnahme sind folgende gravierende Änderungen in der

Grundeinstellung des BUND erfolgt:

  -Punkt „3. Bauweise“ neue Quartiere (eine verschleiernde Bezeichnung für Wohngebiete) und Baugebiete sind auf einmal rund um

   das Rostocker Oval kein Problem sein, Hauptsache sie erfüllen Vorbildfunktion bei der Energieeffizienz und beim ökologischen

   bauen möglichst mehrgeschossiger Gebäude!

  -Punkt „6. Brücken“ hebt auf einmal die Dringlichkeit eines Brückenbaues hervor

  -Punkt „7. Stadthafen“ gibt auf einmal für max. 3-geschossigen Museumsbau grünes Licht

  -Punkt „12. IGA-Gelände“ gibt es hier wieder die Empfehlung die vorhandene Infrastruktur

   der Hansemesse und der IGA zu nutzen. Der Verweis darauf, dass die Nutzung der Infrastruktur

   deshalb empfohlen wird, weil nicht neue Hallen oder Parkplätze am Oval gebaut werden soll, wurde

   in dieser Fassung der Empfehlung entfernt! Statt dessen kommt vom BUND folgende Empfehlung:

Zitat

   „Anschließend sollte das IGA-Gelände als naturnaher Park rückgebaut und für eine teilweise Wohnbebauung entlang

     vorhandener Infrastrukturen (Seezeichenpfad, Hamburger Tor) herangezogen werden.“

Zitatende

 

Als Letztes wollen präsentieren wir noch eine Pressemitteilung des BUND vom 16.02.2018

zur Fahrradbrücke im Stadthafen.

https://www.bund-mecklenburg-vorpommern.de/service/presse/detail/news/bund-rostock-fuer-die-bruecke-ueber-den-stadthafen/

 

Die Begründung des BUND für die Notwendigkeit der Fahrradbrücke wirft doch Fragen in Bezug Realitätsbezogenheit auf:

Zitat

  „Die Fähre ist keine verlässliche Verbindung, da sie bei Sturm, Eisgang, Hochwasser oder technischen Problemen

  immer wieder kurzfristig ausfällt. Und nach 20 Uhr fährt grundsätzlich kein Fähre mehr. Das ist gerade für den

  Alltagsverkehr kein ausreichendes Angebot.“

Zitatende

 

Sehr geehrte Frau Schumacher,

dazu müssen wir sagen, dass Sie wohl vergessen haben, dass Sie den Bau einer Fahrradbrücke empfehlen.

Fahrradbrücken sollen vorrangig Fahrradfahrer nutzen. Glauben Sie uns, so wie die Fähre nicht bei Sturm,

Eisgang und Hochwasser fährt, so sind wir uns absolut sicher, dass an solchen Tagen Radfahrer auch die neue,

sehr teure Brücke nicht nutzen werden. Sicherlich auch nicht, wenn sie mal für Inspektionen und Wartungen

auch mal kurzzeitig geschlossen werden muss! Ihre Begründung zur Notwendigkeit lässt gründlich an

Sachkompetenz und Professionalität missen, denn nur eine wirkliche Bedarfsanalyse, wie stark die Brücke

tatsächlich durch die Bewohner der Stadtteile genutzt werden wird, lässt die wirkliche Notwendigkeit des

Brückenbaus einschätzen. Da aber in Rostock vorwiegend nur am „grünen Tisch“ ohne wirkliche Mitwirkung

der Bürger entschieden wird, gibt es keine Bedarfsanalyse - ja es existieren nicht mal Prognosen mit belastbaren

Zahlen zur Anzahl der Fahrradfahrer und Fußgänger, die nach der BUGA 2025 die Brücke täglich nutzen würden.

 

Beim plötzliche Gesinnungswandel und Richtungswechsel des BUND e.V. Rostock sehen wir ganz deutlich

Zusammenhänge mit dem Wirken des Matthias Horn:

Die erste Stellungnahme erfolgte ca. einem Monat vor dem Bürgerentscheid 2017. Damals kämpften noch

der damalige Geschäftsführer der IGA, Herr Hots-Thomas und die Vorsitzende des Aufsichtsrates der IGA,

Frau Karina Jens, sehr engagiert für den Verbleib des Traditionsschiffes in Schmarl und für die Weiterentwicklung

der IGA.

Der aus der zweiten Stellungnahme deutliche Richtungswechsel in Richtung Empfehlung zur Abwicklung der IGA

und der plötzlichen Befürwortung für den Bau von einem Wohngebiet und die Bebauung des Stadthafens mit bis

zu 3 Etagen hohen Gebäuden erfolgte zu einem Zeitpunkt, nachdem der Posten des IGA-Geschäftsführers

ausgerechnet mit dem Herrn Matthias Horn besetzt wurde, der  zufälligerweise auch noch Referent für

Stadtentwicklung im Büro des Oberbürgermeister Methling und außerdem auch noch BUGA-Beauftragter

der Stadtverwaltung Rostock ist. Somit wurde jegliches ehrlich gemeintes Engagement für die touristische

Weiterentwicklung der IGA entfernt und der Weg für die geplante Abwicklung frei gemacht.

Der 1. Stellvertreter des Oberbürgermeisters Methling und Finanzsenator der Stadt Rostock Herr

Müller-von Wrycz Rekowski und Herr Horn arbeiten sehr eng bezüglich der Entwicklung des

BUGA-Konzeptes und der BUGA-Bewerbung zusammen.

Seit Anfang des Jahres wurde Herr Müller-von Wrycz Rekowski auch als Leiter zweier Arbeitsgruppen eingesetzt:

Eine für die touristische Entwicklung des Traditionsschiffes und eine für die Entwicklung der IGA - korrekterweise

sollte man sagen, zur Abwicklung der IGA. Dass der BUND aktiv in die Vorbereitung der BUGA 2025 mit einbezogen

wurde, ist grundsätzlich lobenswert und eigentlich normal bei solchen Prozessen sein. Offensichtlich hat diese

enge Zusammenarbeit mit Herrn Horn, aus welchen Gründen auch immer, zur drastischen Meinungsänderung des

BUND beigetragen. Dieser Zusammenhang lässt sich nicht leugnen!

 

Der Umweltverband BUND Rostock verliert drastisch an Glaubwürdigkeit, wenn dieser in seinen ursprünglichen

Auffassungen plötzlich umkippt, weil man zwischenzeitlich mit Entscheidungsträgern der Stadt in der Arbeit zur

BUGA-Vorbereitung sehr stark eingebunden wurde. Man verliert die notwendige Distanz und die gebotene Neutralität.

Wenn plötzlich Wohngebiete mit Unterstützung des BUND gerade dort gebaut werden dürfen, wo herrliche Natur

mit gesunden schon länger gewachsenem Baumbestand an und in einer Parklandschaft gebaut werden dürfen,

da entstehen große Zweifel daran, dass der BUND e.V. seine eigentlichen Aufgaben zum bestmöglichen Erhalt der

Natur und Umwelt für die Rostocker Bürger jetzt und für nachfolgende Generationen überhaupt noch erfüllt.

Für uns hat der BUND Rostock jedenfalls seine Glaubwürdigkeit und somit unser Vertrauen in dessen Arbeit verloren!

 

i.A. Andreas Schäfer

Rostocker Tradischiff-Freunde

 

PS: Nachfolgend die Bebauungsgebiete an der BUGA und in der IGA auf Google Map zur Verdeutlichung, dass beide

       Bereiche einen schönen Baumbestand haben und vor allem der Bereich in der IGA von sehr schöner Natur- und

       Parklandschaft umgeben ist...

Quelle für das Kartenmaterial: Bilder•GeoBasisDE/BKG (©2009).Google  Deutschland

 

Im rot umrandeten Bereich soll das Wohngebiet Warnowquartier entstehen. Gerade im südlichen Bereich zur Warnow hin

ist ein größerer, lang gewachsener Baumbestand zu sehen. Dieser wird den neuen Wohnungen wohl weichen müssen.

Für den BUND scheint der Baumbestand dort nicht schützenswert zu sein.

 

 

 

Quelle für das Kartenmaterial: Bilder•GeoBasisDE/BKG (©2009).Google  Deutschland

 

Der rot umrandete Bereich ist das geplante Wohnungsbaugebiet "Seezeichenweg" auf den Flächen der IGA. Dort

blühen im Frühjahr in herrlicher Pracht die für die IGA 2003 angepflanzten Bäume. Links vom rot umrandeten Gebiet

liegt eine sehr schöne Parkanlage. Inwiefern diese auch noch vom Wohnungsbau betroffen sind, ist nicht bekannt. Es

wäre eine riesige Schande, dieses schöne Stück Natur auch noch mit Wohnhäusern zuzubauen! Dass ausgerechnet

der BUND eine Bebauung an dieser Stelle empfiehlt, ist ein echter Skandal!

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