BUGA = Bürgerausschluss

BUGA-Bewerbung alle 2 Jahre möglich

Die BUGA-Bewerbung für das Jahr 2025 ist ein Indikator dafür, dass sie übers Knie gebrochen werden sollte. Die Oberbürgermeisterwahl und die Kommunalwahl (Bürgerschaftswahl) am voraussichtllichen Wahltag, den 26. Mai 2019, ist dabei entscheidend. Wie viele andere Wahlen in der Bundesrepublik Deutschland seit Jahren zeigen, sind die Amtsinhaber nicht immer die Sieger. Auch die gegenwärtigen Stellvertreter des noch amtierenden Oberbürgermeisters der Hanse- und Universitätsstadt Rostock Roland Methling 1. Stellvertreter und Senator für Finanzen, Verwaltung und Ordnung Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski und 2. Stellvertreter und Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit, Schule und Sport Steffen Bockhahn sind nicht unbedingt die Wahlgewinner bei der OB-Wahl nächstes Jahr in Rostock. Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski ist schon wegen seines langen nicht wirklich für jedermann gut auszusprechenden Namens kein Garant dafür, dass er der neue OB Rostocks sein wird. Die OB-Wahl ist offen. Jeder, der antritt, kann es werden. Allerdings wird Herr Dr. Chris Müller-von Wrycz Rekowski als heißer OB-Kandidat gehandelt, weil er eben die Nummer 2 nach Herrn Methling ist und als Finanzsenator in der Stadt Rostock sehr bekannt ist.

 

Die AfD will auch in die Rostocker Bürgerschaft einziehen und wird um Wählerstimmen kämpfen. Also werden sich die Mehrheitsverhältnisse im Stadtparlament deutlich ändern. Aus den Reihen der Rostocker Bürgerschaft werden dann nach der Wahl auch die Stellvertreter des neuen OB`s und die Senatoren der Stadt Rostock gewählt. Für die BUGA-Bewerbung zu einem späteren Zeitpunkt, z. B. 2031, 2033, 2035, würde es bedeuten, dass ein großer Unsicherheitsfaktor bestünde. Der neue Rostocker Oberbürgermeister könnte andere Pläne haben, die er umsetzen will. Z. B. könnte er das Archäologische Landesmuseum in Mecklenburg-Vorpommern nichts in einem Neubau im Christinenhafen realisieren, sondern das bestehende öffentliche kulturell genutztes Gebäude in der August-Bebel-Straße 1, ehemaliges Schifffahrtsmuseum, dafür nutzen wollen. Ein Ergänzungsbau in einem neuen Gebäude gegenüber im Rosengarten wäre möglich, um die gesamten Ausgrabungen und archäologische Funde ausstellen zu können. Im Christinenhafen könnte z. B. eine Abfertigungshalle für die kleineren Kreuzfahrtschiffe, die den Rostocker Stadthafen anlaufen, entstehen, die als Blumenhalle fungieren könnte. Eine Markthalle bedarf es jedenfalls nicht unbedingt. Auch die Messehalle in Rostock-Schmarl kommt als Blumenhalle in Frage. So könnten auch die Parkplätze der HanseMesse für Reisende aus Richtung Westen für die BUGA-Besucher genutzt werden, um keine neuen Parkplätze extra bauen zu müssen.

 

Die schnelle und zügige Erstellung des BUGA-Konzeptes für das Ausrichtungsjahr 2025 ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Wahlen im kommenden Jahr in Rostock geschuldet, damit die gegenwärtigen Stadtplaner die Visionen ihres Vorgesetzten, dem Rostocker Oberbürgermeister Roland Methling aufgreifen und in den Plänen festschreiben können. Herr Methling hat mit seinen Aktionen zur Verlegung des Traditionsschiffes, MS Dresden, seit Beginn seiner Amtszeit im Jahr 2005 vom Standort Schmarl in den Stadthafen immer die Entwicklung des Stadthafens vorantreiben wollen. Nun könnten seine Pläne buchstäblich durch einen neuen Rostocker Oberbürgermeister durchkreuzt werden. Es kommt halt darauf an, wer der neue Rostocker Oberbürgermeister sein wird.

 

Der neue Rostocker Oberbürgermeister könnte auch jemand sein, der die Stadtentwicklung behutsam und nicht so schnell vorantreibt. Zudem könnte er jemand sein, der die Gesamtstadt als entwicklungswürdig betrachtet und nicht nur ein Vertreter, wie Herr Methling es ist, des Rostocker Stadtzentrums ist. Auch die sozialen Belange sollte der neue Oberbürgermeister in Betracht ziehen und sich für die Allgemeinheit einsetzen, auch der Tatsache geschuldet, dass die Immobilien-Lobby ihre Interesse durchsetzen will.

 

Ein gutes Beispiel dafür sind die rund 10 Millionen Euro, zusammengesetzt von der WIRO mit 8 Millionen Euro und 2 Millionen Euro von der Rostocker Versorgungs- und Verkehrs-Holding mbH (RVV), die ausschließlich nur für die Verlegungsabsichten des Traditionsschiffes, MS Dresden, und den weiteren maritimen Ausstellungsstücken vom Standort Schmarl in den Stadthafen zur Verfügung gestellt wurden. Nachdem die wahlberechtigen Einwohnerinnen und Einwohner sich für den Verbleib der maritimen Objekte in Schmarl im Bürgerentscheid am 24.09.2017 entschieden, ist nichts mehr von dem Geld in der Presse zu erfahren gewesen. Man hätte das Geld doch für die längst überfällige Infrastruktur in Schmarl für Autos, Reise- und Linienbusse nutzen können. Auch die 30 Jahre alte Daueraustellung im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum Rostock auf dem Traditionsschiff, MS Dresden, hätte mit diesem Geld überarbeitet und erneuert werden können.

 

Dieses Beispiel beweist, dass die Immobilien-Lobby nun kein Interesse mehr hat, das Geld auszugeben, weil das maritime Museum in Schmarl nicht verschwindet, zumindest vorerst. Schließlich hat der Bürgerentscheid nur eine Bindungsfrist von 2 Jahren. Danach kann die Rostocker Bürgerschaft wieder neu selbst entscheiden, was mit dem maritimen Museum wird. Also kann die Standortfrage nach dem 24.09.2019 wieder neu entfacht werden. Aus Altersgründen des Traditionsschiffes, MS Dresden, könnte das Schiff auch verkauft werden oder zur Verschrottung preis gegeben werden. Dann würde die übrige maritime Sammlung der Stadt Rostock eben in einem Neubau im Stadthafen für die Öffentlichkeit ausgestellt werden.

 

Gerade deshalb könnte das neu zu errichtende riesige Gebäude, der hypermoderne Glaskörper, im Christinenhafen für das Archäologische Landesmuseum in Mecklenburg-Vorpommern auch die stadtgeschichtliche Ausstellung beherbergen und evenuell auch die maritime Sammlung. Für den Neubau im Christinenhafen werden gerade viele Fördermittel von Seiten der Rostocker Stadtverwaltung eingeworben. Hier könnte also durch die Hintertür das Schifffahrtsmuseum im Stadthafen seine neue Heimat trotz Bürgerentscheid, der dagegen spricht, bekommen.

 

Um auf den Ausgangspunkt zurückzukommen ist noch folgendens mitzuteilen. Eine spätere BUGA-Bewerbung als die jetzt abgegebene für die Ausrichtung im Jahr 2025, hätte den Risikofaktor, dass die Visionen vom noch OB Rostock nicht umgesetzt werden. Das würde die Immobilien-Lobby ärgern, aber auch viele Leute des Maritimen Rates hätte damit ihre Sorgen.

 

Anmerkung:

Dieser Beitrag resultiert auf einer Zusendung eines Stammlesers unserer Internetseite per Email. Wir finden die Wortmeldung sehr interessant und haben Sie deshalb im Original und ungekürzt hier veröffentlicht.

Vielen Dank an unseren Leser H.W.

Quelle für das Bild ist das SINAI-Konzept, welches für die BUGA 2025-Bewerbung Rostocks erstellt wurde

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